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Tv-Kritik: "Die Macht der Vulkane": Optisch höchst eindrucksvoll

Von Der "Terra X"-Dokumentation mangelt es etwas an inhaltlicher Geschlossenheit, aber nicht an effektvollen Szenen.
Die Stadt Teotihuacán verdankte ihren Aufschwung den fruchtbaren Böden aus Vulkanasche und einem Geschenk der Feuerberge: Obsidian. Foto: Dieter Stürmer Die Stadt Teotihuacán verdankte ihren Aufschwung den fruchtbaren Böden aus Vulkanasche und einem Geschenk der Feuerberge: Obsidian.
Vulkanausbrüche sind die optisch eindrucksvollsten und zugleich gefährlichsten Naturschauspiele überhaupt. Sie verursachten globale Katastrophen, säten Tod und Verben und schenkten den Menschen zugleich die fruchtbarsten Böden überhaupt. Könnten Sie auch die Entstehung ganzer Kulturen beeinflusst haben? Die Dokumentation aus der Reihe "Terra X" geht dieser Frage in Mexiko nach und beleuchtet dabei vor allem die Geschichte der antiken Ruinenstadt Teotihuacánin rund 45 Kilometer nordöstlich des heutigen Mexiko-Stadt.

Es waren Flüchtlingsströme aus von Vulkanausbrüchen zerstörten Städten in Mexiko, welche Teotihuacánin schließlich zu beachtlicher Größe anschwellen ließen. Auf ihrem Höhepunkt hatte sie vermutlich über 100.000 Einwohner, bis sie schließlich als Folge weiterer Vulkanausbrüche verlassen und aufgegeben wurde. Das Vertrauen in die Götter und ihren Schutz hatte durch die vulkanische Tätigkeit und ihre Folgen irreparable Schäden erlitten, was die Macht der Priester massiv beschränkte.

Ein heiliger Ort

Ihren Namen - er bedeutet: Ort, wo man zu einem Gott wird - erhielt die Stadt von den Azteken, was die Doku nicht explizit erwähnt. Schwerer wiegen aber die dramaturgischen Mängel des Films. Immer wieder entfernt er sich von seinem Hauptthema und widmet sich völlig anderen Aspekten der Vulkanologie. So springt er von einem berühmten Forscherpaar über Frühwarnsysteme und Vorsorge im modernen Mexiko bis zur Erforschung pyroklastischer Ströme im Labor. Das Ganze endet bezeichnenderweise am Supervulkan Yellowstone mitten in den USA und weit von Mexiko entfernt.

Darunter leidet das Hauptthema des Films. Spürbar ist das an den Menschenopfern, die in Teotihuacánin durchgeführt wurden: Der Film behauptet einen direkten Zusammenhang der Menschenopfer mit den Vulkanausbrüchen, ohne diesen aber etwa durch archäologische Ausgrabungen herzuleiten. Dabei waren Menschenopfer in den mesoamerikanischen Kulturen vor der Ankunft der Spanier überaus weit verbreitet. Ein direkter Zusammenhang mit den Vulkanen ist zwar naheliegend, aber keineswegs zwingend.

Aufstieg durch Vulkanglas

Sehr viel nachvollziehbarer stellt der Film den Aufstieg der Stadt im Zusammenhang mit den Vulkanen dar: Die Ausbrüche sorgten nicht nur für fruchtbare Böden, was die Ernährung großer Menschenmengen sicherstellte, sondern auch für das Vulkansgestein Obsidian: Die Indianer nutzten das glasartige Material für die Herstellung von Werkzeugen und Waffen. "Terra X" zeigt solche Werkzeuge auch im Gebrauch: Wie in vielen Folgen der Dokumentationsrehe überzeugt auch diese durch ihre oft effektvoll nachgestellten Historienszenen.

Dazu kommen die effektvollen Aufnahmen von Vulkanausbrüchen und auch der Neuentstehung des Paricutín, der eine ganze Ortschaft bis auf die Überreste einer Kirche zerstörte. Auf diese Weise vermittelt die Doku trotz ihrer Weitschweifigkeit auf spannende Weise geschichtliches und naturwissenschaftliches Wissen.
 

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