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TV-Kritik: "Die Nervensäge": Straff erzähltes Jugenddrama

Von Die Episode aus der Serie "Notruf Hafenkante" liefert außer durchdachten Charakterportraits auch schöne Hamburger Impressionen.
Damit er ihm nicht wieder entwischt, hat Tarik (Serhat Cokgezen, r.) Dustin (Jeremias Meyer, l.) mit Handschellen an sich gekettet. Foto: Boris Laewen Damit er ihm nicht wieder entwischt, hat Tarik (Serhat Cokgezen, r.) Dustin (Jeremias Meyer, l.) mit Handschellen an sich gekettet.
Ein Einbruch ruft die Polizisten Claudia Fischer - Janette Rauch und Tarik Coban - Serhat Cokgezen zu einem vornehmen Haus in bester Villengegend. Im Haus finden sie aber nur Paul (Jeremias Meyer) vor, den sich verängstigt gebenden 14-jährigen Sohn des Hauses, der sich unter dem Bett verkrochen hat. Sie nehmen den Jungen mit auf die Wache, wo er einen einschlägig bekannten Jan Mazinger (Dirc Simpson) als Täter identifiziert.
 
Mazinger verfügt aber für die Tatzeit über ein handfestes Alibi, und Paul heißt auch nicht Paul, sondern Dustin Neumann. Der hochintelligente Junge ist sichtlich nicht geneigt, die Polizisten zu unterstützen: Es scheint, als wolle er mit allen Mitteln immer ein wenig provozieren, und er lügt wie gedruckt. Doch bei weiteren Nachforschungen stellt sich heraus, dass es tatsächlich eine Verbindung zu dem Mann gibt, den Paul als Täter beschuldigt hat.
 

Ausgefeilte Figurenzeichnung

 
Die Serie "Notruf Hafenkante" zeichnet sich in ihren besten Episoden durch straff durcherzählte Geschichten im realistischen Alltagsmilieu aus. Dazu kommen treffende Milieuschilderungen: Hier spielt nicht nur Dustin eine Rolle, dessen Mutter das Sorgerecht entzogen wurde, sondern auch Gernot Bahnsen (Horst-Günter Marx), Eigentümer der Villa, der sich für sozial benachteiligte Jugendliche engagiert.
 
Die Geschichte zeigt sich besonders ausgeknobelt: Immer wieder gibt es überraschende Wendungen in der Handlung, die einen völlig neuen Blick auf die Figuren offenbaren. Dabei zeigen sich besonders Dustin und Paul als realistisch und schlüssig konzipiert. Es geht zwischen Dustin und Paul um fein ausgearbeitete Gefühlswelt zwischen dem Wunsch, etwas gelten zu wollen. Eifersüchteleien und Neid spielen eine markante Rolle. Das alles hält die Spannung bis zum Schluss auf beachtlichem Niveau.

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Auf inszenatorische Kunststückchen verzichtet Regisseur Dietmar  weitgehend: Wie das Drehbuch konzentriert sich auch die Regie vor allem auf das Verhältnis der beiden Jungen und ihr schillerndes Verhältnis zur wohlwollenden, aber nicht allzu geschickt agierenden Vaterfigur. Dass Klein dabei quasi nebenher noch ein paar schöne Hamburger Impressionen vom Hafen samt neuer Elbphilharmonie serviert, nimmt man als Zuschauer gerne zur Kenntnis.
 
 

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