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"Die Toten vom Bodensee": Feiner Thriller

Von Die dicht gesponnene, toll gespielte und handwerklich bestens ausgeführte Geschichte um scheinbare Ritualmorde sorgte für einen schaurig-schönen Fernsehabend.
Das Ermittlerpaar Hannah Zeiler (Nora von Waldstätten) und Michael Oberländer (Matthias Koeberlin) hat schon im ersten Fall nur wenig Gelegenheit zum Durchatmen. Foto: ZDF/Hubert Mican Foto: (ZDF) Das Ermittlerpaar Hannah Zeiler (Nora von Waldstätten) und Michael Oberländer (Matthias Koeberlin) hat schon im ersten Fall nur wenig Gelegenheit zum Durchatmen. Foto: ZDF/Hubert Mican
Einen sehr vielversprechenden Auftakt lieferte das ZDF mit diesem Film für eine neue Krimi-Reihe. Überzeugend ist zunächst mal das Ermittlerpaar: Er heißt Michael Oberländer und kommt von der Kripo Lindau, sie hört auf den Namen Hannah Zeiler und ist Kriminalinspektorin aus Österreich. Er ein lässiger Kumpel und Familienvater, sie eisig und distanziert. Doch sie müssen sich zusammenraufen: Schon der erste Fall hat es nämlich in sich.
 

Mordserie mit Maske

 
Ein Mann, Fischer von Beruf, verbrennt auf seinem Boot auf dem Bodensee. Die Freundin des Toten ist außer sich. Und es gibt ein unheimliches Detail: Die uralte Maske einer keltischen Gottheit, der einst durch Verbrennung Menschenopfer dargebracht wurden. Die Spur führt das ungleiche Duo zu Ludwig Pfeilschifter (Stephan Kampwirth), dem Bruder des Toten. Er hat viele Jahre zuvor die Masken in einer Felsspalte gefunden.
 
Bald darauf gibt es einen zweiten Mord an einem Mitglied der Familie Pfeilschifter, und wieder ist eine der unheimlichen Masken nahe der Leiche. Bald stellt Hannah fest, dass auch ihr Chef, Förderer und väterlicher Freund Ernst Gschwendner (August Schmölzer) etwas mit den beiden Morden zu tun hat - und dass er sich in tödlicher Gefahr befindet.
 

Thriller mit Beiklang zum Horrorfilm

 
Eine Mordserie, schreckerregende Masken eines uralten Kults mit Menschenopfern - das sind die Zutaten für einen höchst soliden Thriller mit leichten Beiklängen zum Horrorkino. Aber natürlich haben diese Verbrechen irdische Täter und zudem ein nachvollziehbares Motiv. Das sehr gut durchdachte Drehbuch von Thorsten Wettcke führt die erzählerischen Fäden überzeugend zusammen und lenkt nicht zu sehr mit privaten Geschichten der Ermittler von der Polizeiarbeit ab.
 

Handwerklich sehr gelungen

 
Dazu kommt die straffe Regie von Andreas Linke, der dieser Geschichte ein hohes Erzähltempo verliehen hat. Die durch die kalte Jahreszeit graue und unwirtliche Landschaft am Bodensee, eingefangen von Kameramann Jo Molitoris, verleiht dem Ganzen die passende atmosphärische Dichte. Hervorzuheben ist auch die Musik von Chris Bremus, der mit sparsam, aber ungemein effektiv eingesetzten Klangeffekten die Spannung noch massiv gesteigert hat.
 

Glanzrolle für Nora von Waldstätten

 
Matthias Koeberlin und Nora von Waldstätten verleihen den Ermittlern die nötige Präsenz. Koeberlin gibt den Oberländer mit einer kräftigen Dosis Freundlichkeit und Einfühlungsvermögen und kommt dabei sehr natürlich rüber. Aber Nora von Waldstätten spielt ihn mehrfach fast an die Wand: Manchmal meint man, nicht nur ihre Rolle, sondern das ganze Drehbuch wäre ihr direkt auf den Leib geschrieben worden. Sie ist mit ihrem faszinierend undurchdringlichen Gesicht die absolute Idealbesetzung.


 

 
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