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TV-Kritik: "ESC 2017": Erneutes Debakel für Deutschland!

Von Eine traurige Verliererin und ein unerwarteter Sieger aus Portugal: Eindrücke vom Kampf um die musikalische Krone beim Eurovision Song Contest.
Levina konnte zwar durch ihren Gesang überzeugen, ihr Lied „Perfect Life“ stach musikalisch aber nicht heraus. Foto: Julian Stratenschulte (dpa) Levina konnte zwar durch ihren Gesang überzeugen, ihr Lied „Perfect Life“ stach musikalisch aber nicht heraus.
Wieder nichts mit Deutschland im ESC! Die musikalische Krone ging diesmal an Salvador Sobral aus Portugal. Einen Sänger, dessen Auftritt schon deshalb berührte, weil er zwischen all den wilden Nummern seiner Konkurrenten mit viel Tanz und teilweise mehrstimmigem Gesang eigenartig schüchtern wirkte: Ganz allein stand Sobral auf einer Satellitenbühne mitten im Publikum, wobei ganz im Hintergrund eine Waldlichtung sichtbar war.

Die sanfte Ballade und ihr Interpret passten bestens zusammen: Sowohl die Fachjury als auch die Zuschauer zeigten sich begeistert. Dabei hatte es an starker Konkurrenz nicht gefehlt. Der deutsche Beitrag, schon vorher nicht gerade als Favorit gehandelt, gehörte leider nicht dazu. Der vorletzte Platz, oh weh! An Sängerin Levina, die sich zu Beginn barfüßig und verführerisch auf dem Boden räkelte, lag es jedoch nicht.

Levinas Lied war zu farblos

Eher schon an ihrem Lied: Wie genau hieß das nochmal und wie genau ging die Melodie? Es war auf jeden Fall ein Titel, der es zuvor auch schon in den Charts nicht leicht hatte. Kein gutes Vorzeichen, wenn man damit Millionen Zuschauer begeistern will. Da hilft auch ein Auftritt mit nackten Füßen – das Vorbild der Sängerin Emmelie Charlotte-Victoria de Forrest ist hier nicht zu übersehen – und Levinas überzeugender Gesang nicht weiter.

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Da gab es Titel, die musikalisch mehr draufhatten: Etwa der Kroate Jacques Houdek, der mit barocker Leibesfülle und ebensolchen Stimmvolumen Erinnerungen an Opernidol Luciano Pavarotti weckte. In seinem Titel sang er mit sich selbst in zwei Stimmen im Duett, eine ganz tolle Nummer. Oder die Sängerin Artsvik aus Armenien, die in „Fly with me“ stimmungsvolle und leicht ins Orientalische spielende Popmusik mit einem farblich durchkomponierten Auftritt verband.

Schräge Show-Elemente

Daneben gab es wie auch schon in den Vorjahren jede Menge Buntes an Showelementen. Zu dem Italiener Francesco Gabbani etwa gesellte sich jemand im Affenkostüm auf die Bühne. Das hatte was mit seinem Text zu tun und wirkte so überzeugend wie eine dauernde Stimme aus dem Off in einem Spielfilm, um Hintergründe der Handlung zu erklären. Dihaj aus Aserbaidschan sang gar vor einer Schultafel, vor der jemand mit aufgesetztem Pferdekopf auf einer Leiter stand. Hm. 

Bilderstrecke ESC 2017: Portugal triumphiert, Deutschland wieder Schlusslicht
Twelve Points? Von wegen! Deutschlands Hoffnungsträgerin Levina landet beim Eurovision Song Contest auf dem vorletzten Platz. Der Sieger aus Portugal, Salvador Sobral (im Bild) überzeugt mit viel Herzschmerz.Portugal hat zum ersten Mal den Eurovision Song Contest gewonnen, während Deutschland die dritte Pleite in Folge erlebt.Deutschlands Kandidatin Levina landete unter den 26 Finalisten mit sechs Punkten auf dem vorletzten Platz und schnitt somit kaum besser ab als ihre Vorgängerinnen in den vergangenen beiden Jahren. 2015 und 2016 war Deutschland jeweils Letzter.

Wie wohltuend dagegen der ungarische Sänger József „Joci“ Pápai, ein Roma, mit seiner Tänzerin. Wäre schön, wenn man von dem einen oder anderen Kandidaten des ESC 2017 auch bei uns noch was hören würde. Die Party auf der Reeperbahn im Vorfeld profitierte von einigen Promis und dem gewohnt frechen Mundwerk von Moderatorin Barbara Schöneberger. Ansonsten gilt nicht nur für die traurige Verliererin aus Deutschland, ein Satz, der im Kommentar während der TV-Übertragung fiel: Es gibt auch ein Leben nach dem ESC.

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