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TV-Kritik: "Ein Sommer in Prag": Vor allem schöne Postkartenbilder

Von Nette Aufnahmen aus der tschechischen Hauptstadt, aber ein reichlich schnarchiger Plot: Dieser Herzkino-Beitrag taugt bestens als Beruhigungsmittel.
Raul (Timur Isik, l.) fängt Katrin (Katja Weitzenböck, M.) auf, die beim Aussteigen aus dem Zug von Dr. Leo Vukotic (Zdenek Pechácek) gestoßen wird. Foto: ZDF und Daniela Incoronato Raul (Timur Isik, l.) fängt Katrin (Katja Weitzenböck, M.) auf, die beim Aussteigen aus dem Zug von Dr. Leo Vukotic (Zdenek Pechácek) gestoßen wird.
Eine "Sorry-App" will die Psychologin Dr. Katrin Gutmann (Katja Weitzenböck) in Prag vorstellen. Ihr einstiger WG-Freund Jannick (Peter Benedict) hat einige Investoren zusammengetrommelt und will nicht nur ein gutes Geschäft mit der Gutmanns Entwicklung machen, sondern diese auch gleich noch für sich gewinnen. Dafür schreckt er vor nichts zurück. Schließlich weiß er, was die Psychologin in der tschechischen Hauptstadt noch sucht.

Ihren Freund Richard (Tomás Hanák), nämlich, den Vater ihrer Tochter Jana (Laura Preiss). Die hält sich momentan zwar praktischerweise ebenfalls in Prag auf und verdient ihren Lebensunterhalt als Straßenkünstlerin. Aber sie hat ihrer Mutter nicht verziehen, dass diese ihr nie von ihrem echten Vater erzählte, nämlich keinem Geringeren als Richard.

Das Problem der Vorgeschichte

Der wiederum geriet wenige Jahre vor dem Fall der Mauer als Republikflüchtling durch einen blöden Zufall wieder in die Fänge der tschechischen Geheimpolizei und saß im Gefängnis. Und konnte sich nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Systems durch ein Missverständnis seiner großen Liebe nicht offenbaren. Und dieser Hintergrund ist nur ein Problem dieses Films.

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Romanzen oder Thriller mit einer Vorgeschichte aus der Zeit des Kalten Krieges kämpfen oft damit, dass ein so lange zurückliegender Hintergrund nur noch schwer Interesse weckt. Vor allem, wenn er nur rein verbal vermittelt wird, so wie hier. Wobei: Die Entwicklung der missverständlichen Situation an sich könnte zwar durchaus fesseln, wenn der Rest des Films passend darauf abgestimmt wäre.

Lahme Geschichte

Aber von einem gekonnten Rührstück ist "Ein Sommer in Prag" leider weit entfernt. Von den handelnden Charakteren kann nur potentiell tragische Jannick halbwegs überzeugen, der aber nicht über die notwendige Präsenz im Plot besitzt. Überhaupt zeigt sich die Handlung nach einem Anfang mit nettem Klamauk-Effekt durch den schusseligen Dr. Leo Vukotic (Zdenek Pechácek) vor allem als Anhäufung kleiner Episoden und Zufälle.

Entsprechend uninspiriert haben die Macher das Ganze in Szene gesetzt. Die Schauspieler zeigen sich kaum gefordert, umso mehr konzentriert sich die Kamera auf die schönen Seiten von Prag. Zumindest dieser Aspekt wurde ganz passabel umgesetzt. Aber es ist immer ein schlechtes Zeichen für ein Melodram, wenn darin ein Sonnenaufgang mehr fasziniert als das handlungstechnische Drumherum.
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