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TV-Kritik: "Eine Dosis Leben": Zu beliebig

Von Die zweite Episode aus der Reihe "Die Eifelpraxis" reicht trotz guter Ansätze nicht an den gelungenen Auftakt heran.
Vera Mundt (Rebecca Immanuel) möchte den Ehrgeiz von Max (Leonard Proxauf, Mitte) wecken.
Bild: ARD Degeto/Hardy Spitz" (S2). Foto: ARD Degeto/Hardy Spitz Vera Mundt (Rebecca Immanuel) möchte den Ehrgeiz von Max (Leonard Proxauf, Mitte) wecken. Bild: ARD Degeto/Hardy Spitz" (S2).
Von Berlin in die Eifel, von der Krankenschwester zur Versorgungsassistentin: Vera Mundt (Rebecca Immanuel) hat im Auftakt "Erste Hilfe aus Berlin" einen langen Weg hinter sich gebracht. Außer dem launischen Dr. Chris Wegner (Simon Schwarz), der nach einem Motorrad-Unfall im Rollstuhl sitzt, hat sie noch mit ihrem pubertierenden Sohn Paul (Tom Böttcher) zu kämpfen. Und natürlich mit den Sorgen der Patienten. Vera Mundt gehört nämlich zu den Arzthelferinnen, für die Patienten mehr als nur Verdienstmöglichkeiten sind.
 
Das Publikum hatte sie ins Herz geschlossen: Diese Empathie macht sie zu einer guten Kraft, aber auch verletzbar. In dieser Folge betrifft das besonders den Fall des querschnittgelähmten Max Bogner (Leonard Proxauf). Er sitzt wie Dr. Wegner nach einem Unfall im Rollstuhl, aber seine Lethargie wird für seine Gesundheit lebensbedrohlich. Zuerst versucht Vera Mundt ihn mit Schmerzmitteln zu locken, sich mehr zu bewegen, aber ihr Chef hat andere Pläne: Vor dem Unfall war Max ein Extremsportler.

 "Der Bergdoktor" kann es besser

 Die Fortsetzung des Freitagabend-Hits von 2016 setzt auf verschiedene Handlungsstränge um Vera, ihre Kinder, Patienten und Freunde. Der Sohn macht Probleme in der Schule, und die attraktive Versorgungsassistentin bekommt unverhohlene Anträge von Männern. Im Vergleich zum ähnlich aufgebauten "Bergdoktor" des ZDF kommt die Hauptgeschichte aber zu kurz und auch in dramatischer Hinsicht reicht "Eine Dosis Leben" nicht an den Auftakt heran. Die  Probleme mit Max lösen sich zu schnell, zu mühelos. Hier wäre erheblich mehr herauszuholen gewesen.
 
 
Spannungsmindernd wirkt sich auch das mittlerweile eher entspannte Verhältnis Vera Mundts zu ihrem Chef aus. Simon Schwarz bleibt hier zu blass, ihm steht eine gewisse Giftigkeit in seinen Rollen. Das Hadern mit seinem Schicksal im ersten Teil gab seinem Charakter eine gewisse Kantigkeit, die sich hier aber angeschliffen hat. Etwas mehr Pfeffer würde sich auch im Verhältnis zwischen Wegner und seiner Versorgungsassistentin positiv auswirken. Gerade die schmissigen Dialoge haben in der ersten Folge viel Vergnügen bereitet.

Heikles Thema nicht ausgespart

Positiv fällt dagegen auf, dass die neue Episode ein recht heikles Thema ins Visier genommen hat: das Sexleben von Behinderten. Man staunt, wie freizügig das Drehbuch hier die Protagonisten über allerlei Hilfsmittel diskutieren lässt. Auch Homosexualität wird locker in die Geschichte integriert. Der Film reißt jedoch zu viele für sich genommen attraktive Themen an, ohne sie ausreichend auszubauen, was der Folge eine gewisse Beliebigkeit verleiht. Für weitere Episoden bleibt darum noch Luft nach oben. Nächsten Freitag geht es weiter mit "Väter und Söhne".
 
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