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TV-Kritik: „Eine perfekte Familie“: Warum „Der Staatsanwalt“ zum Ausklang schwächelt

Von Die ZDF-Reihe unternimmt zum Ende einen Ausflug in die High Society. Welche Figur hier besonders gefällt und weshalb die Geschichte trotzdem nur mit Mühe funktioniert.
Die Streunerin Michelle Reinelt (Amelie Herres) verhält sich gegenüber Christian Schubert (Simon Eckert) extrem beleidigend. Foto: Christian Lüdeke Die Streunerin Michelle Reinelt (Amelie Herres) verhält sich gegenüber Christian Schubert (Simon Eckert) extrem beleidigend.

Wenn eine Krimi-Episode einen solchen Titel trägt, muss man annehmen, dass es ironisch gemeint ist. Speziell, wenn das Drehbuch den Clan auch noch in der Oberklasse angesiedelt hat. Und noch mehr Oberklasse als Familie Rose geht eigentlich gar nicht: Bei den Roses handelt es sich um einen berühmtem Sekthersteller. Die Sippe residiert standesgemäß in einer schlossartigen Villa mit Blick auf den Rhein und stellt die erste Sektkreation von Tochter Amelie (Xenia Assenza) vor.

Ein Ereignis von gesellschaftlichem Rang: Vor der Villa parken dabei unter anderem Rolls Royce, Bentley und Porsche Boxster. Und im Park der Villa spielt der eigens engagierte Trompeter Louis Brenner (Andreas Potulski), ein begabter Musiker und Schwiegersohn der Familie. Nach der Feier fährt er zu seiner Wohnung in der Innenstadt Wiesbadens zurück und stürzt dort später aus dem Fenster. 

War es Mord? Staatsanwalt Bernd Reuther (Rainer Hunold) und sein Team stoßen schnell auf den dubiosen Lebenslauf des Opfers. Seine Frau Amelie wollte aus dem Trinker einen besseren Menschen machen und verhalf ihm zu einer Entziehungskur. Bei seinem Todessturz war er jedoch extrem alkoholisiert. Und die Familie Rose macht definitiv nicht den Eindruck, über Brenners Tod sonderlich erschüttert zu sein, ganz im Gegenteil.

Die Schwächen im Plot

Zum Ausklang der aktuellen Staffel leistet sich die ZDF-Serie einen Ausflug in höchste Gesellschaftskreise. Was im Krimi nicht immer wirklich funktioniert: Der Samstagskrimi "Preis der Schönheit", aus der Reihe „Ein starkes Team“, der im Model-Milieu spielt, ist noch in unguter Erinnerung. Glanzvolle Optik kann nun mal keine clever konzipierten Charaktere und überzeugende Wendungen in einem Plot ersetzen.

Auch dieser Folge merkt man das Problem deutlich an. Dabei macht sie im Prinzip sogar sehr viel richtig. So verfügt die Geschichte mit der hinterhältigen und überaus schlauen Streunerin Michelle Reinelt (Amelie Herres) über eine besonders spannende Nebenfigur. Und auch die Auflösung funktioniert  im Prinzip nicht schlecht. Allerdings gibt es zu viele falsche Verdächtige und verlaufen die Handlungsfäden etwas zusammenhanglos

Deswegen kommen weder Michelle noch Täter wirklich zur Geltung. Zwar trumpft "Eine perfekte Familie", wie in der Reihe üblich, zumindest an einigen Stellen mit temporeichen Szenen auf. Ein Höhepunkt ist es dennoch nicht geworden: Von Hunold  & Co. ist man sonst Besseres gewohnt, speziell bei solchen Ansätzen.
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