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TV-Kritik: "Eltern und andere Wahrheiten": Dieses Detail ist nur grotesk

Von Was haben sich die Macher hier nur gedacht? Warum aber dennoch eine ganz nette Komödie daraus geworden ist.
Nina Pfeffer liebt ihre Kinder Piet (Ben Leonhard Arendt) und Ella (Iva Ljuba Simic), die sie verheimlicht. Foto: ARD/Degeto/Aspekt Telefilm/Gordon Timpen Nina Pfeffer liebt ihre Kinder Piet (Ben Leonhard Arendt) und Ella (Iva Ljuba Simic), die sie verheimlicht.
Wer um Himmels Willen lässt sich so was einfallen? Da ist eine Familie, bestehend aus Nina (Silke Bodenbender) und Thorsten Pfeffer (Tom Wlaschiha). Sie Architektin mit Auszeit wegen zweier Kinder, er Polizist, der darunter leidet, dass sie mehr Geld verdient als er. Was tut er also? Er büffelt seit Jahren fleißig Mathematik, sogar im Streifenwagen, will sein Abitur nachmachen und anschließend Jura studieren.

Ausgerechnet Jura, ein Fach, das massenweise gescheiterte Studenten hervorbringt und eine extrem hohe Abbruchquote aufweist! Dabei kann der Rest des Films durchaus überzeugen. Es geht im Wesentlichen darum, dass Nina eine besonders schwierige Kundin ihres Architekturbüros durch eine Notlüge an sich binden will: Lene Müller zu Waldstetten (Nina Petri) mag nämlich keine Kinder und deswegen behauptet die Architektin, mit ihrem Beruf verheiratet zu sein.

Eiscreme auf der Jacke

Logisch, dass da jede Menge Probleme auf die Familie zukommen: Von der vom Nachwuchs  mit Eiskreme verschmierten Jacke bis zum als Bruder ausgegebenen Ehemann verstrickt sich Nina immer hoffnungsloser in ihre Lügen. Und weil das überwiegend mit schönen Einfällen ganz witzig rüberkommt, hat die ARD hier auch eine ganz ordentliche Komödie aus der Grundidee gemacht.

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Und es handelt sich auch nicht um einen Film, der vor lauter Wohlfühlstimmung die Spannung und jede Realität vermissen lässt. Auch wenn es um eine gehobene berufliche Arbeit geht, zeigt sich Nina nicht als Supermutti. Sie bringt ihre Kinder zu spät in die Gruppe, hat auch sonst mit allen möglichen Widrigkeiten des Alltags zu kämpfen und eignet sich darum gut als Identifikationsfigur.

Niedlich ohne Kitschfaktor

Durch zwei Kleinkinder kommt auch noch ein gewisser Niedlichkeitsfaktor mit rein, aber ohne das Drehbuch und Regie diesen Aspekt überstrapazieren. Die Erzählstruktur mit großem Rückblick ist mittlerweile alles andere als neu. Aber wenn Thorsten selbst in einer Situation, wo seine Frau mit leidender Miene von Trennung spricht, ein Stück Nusskuchen nimmt, kommt auch hier schon eine sehr ordentliche Pointe heraus.

Die Schauspieler sind denn auch mit Vergnügen bei der Sache. Besonders Nina Petri gestaltet ihren Charakter mit feiner Ambivalenz. Deswegen kann man den Streifen auch problemlos empfehlen – ganz im Gegensatz zu einem Jurastudium.
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