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TV-Kritik: "Es braut sich was zam": Nicht ganz passend

Von In der neuesten Episode von "SOKO München" geht es um den Todessturz eines arroganten Brauereichefs. Weswegen die Auflösung irritiert.
Franz Einfachnur (Christofer v. Beau, l.), Billie Curio (Sina Reiß, M.) und Dominik Morgenstern (Joscha Kiefer, r.) am Malzsilo. Bild: ZDF und MARKUS SAPPER Foto: MARKUS SAPPER Franz Einfachnur (Christofer v. Beau, l.), Billie Curio (Sina Reiß, M.) und Dominik Morgenstern (Joscha Kiefer, r.) am Malzsilo. Bild: ZDF und MARKUS SAPPER
Frankfurt. 

Eine der ältesten Krimi-Serien im deutschen Fernsehen wurde kürzlich 40 Jahre alt: Am 2. Januar 1978 startete "SOKO München" als "SOKO 5113" im ZDF. Der ursprüngliche Serientitel – erst ab dem Jahr 2016 lief die Serie unter neuem Titel - wurde die erscheint noch kurz während am Anfang des Vorspanns und bezog sich auf die Durchwahl des SOKO-Chefs in der Handlung. Es war auch die erste TV-Serie mit einem SOKO im Titel.

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Der Tote war Erbe einer Traditionsbrauerei  und extrem unbeliebt: Joseph Vorgruber (Herbert Ulrich) hatte sich durch seine Arroganz und sein erpresserisches Geschäftsgebaren bei Kunden und Angestellten seines Betriebs gleichermaßen verhasst gemacht. Das Team um Hauptkommissar Arthur Brauer konzentriert seine Ermittlungen schnell auf den deutlich sozialer veranlagten Bruder des Toten, der mit Joseph Vorgruber nicht lange vor dessen tödlichem Sturz einen massiven Streit hatte.

Allzu leicht und locker

Auch Braumeister Leopold Maier hätte ein Motiv gehabt, ebenso die Gastwirtin Angelika Dillinger (Jule Ronstedt) und ihr Mann Gerhard (Timothy Peach): Joseph Vorgruber wollte sie vertraglich zwingen, erheblich mehr Bier abzunehmen, als sie verkaufen konnte. Indessen deutet schon der in bayrischer Sprachfärbung gehaltene Titel und der Name des gutgelaunten Kommissars Franz Einfachnur (Christofer v. Beau) an, dass es während der Ermittlungen nicht allzu ernst zugeht.

Was dem Frankfurter der Eppelwoi, ist dem Münchner das Bier: nicht nur Getränk, sondern elementarer Bestandteil der heimischen Folklore. Eine Bierprobe darf deswegen sowohl in der Handlung als auch zum Abschluss nicht fehlen. Mitunter wird dabei auch sehr bayrisch geredet, was aber auch für Nichtbayern gut verständlich bleibt. Dass es in der Geschichte dabei auch um das mitunter wohl recht zweifelhafte Geschäftsgebaren von Brauereien geht, kommt dabei aber ein wenig zu kurz.

Wer gerne beim Krimi den Täter miträt, dürfte sich nicht besonders schwer tun. Die entspannten Witzeleien passen besser als im Weimarer "Tatort" am letzten Sonntag. Allerdings will der durchweg humoristische Tonfall nicht ganz mit der Krimi-Handlung harmonieren, wo sich immer mehr  eine Tragödie abzeichnet: Der tragische Täter, der am Ende enttarnt wird, und das entspannte Biertrinken in fröhlicher Runde mit verbundenen Augen hinterher – so ganz passt das nicht.

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