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TV-Kritik: "Es ist nicht vorbei": Anna Maria Mühe ohne Wirkung

Der dritte Film aus der ZDF-Reihe "Solo für Weiss" erzählt eine im Prinzip spannende Geschichte aus der DDR. Allerdings mit vielen Schwächen.
Nora Weiss (Anna Maria Mühe) und Simon Brandt (Jan Krauter) führen die Ermittlungen weiter, obwohl Nora von dem Fall abgezogen wurde. Foto: Marion von der Mehden Nora Weiss (Anna Maria Mühe) und Simon Brandt (Jan Krauter) führen die Ermittlungen weiter, obwohl Nora von dem Fall abgezogen wurde.

DDR-Vergangenheit filmisch umzusetzen, ist eine anspruchsvolle Aufgabe, ob es sich dabei um eine Komödie ("Good Bye, Lenin"), ein Drama ("Das Leben der Anderen") oder wie hier um einen Krimi handelt. Der Kriminalfilm stellt dabei besonders hohe Anforderungen, da es meist um lange zurückliegende Geschichten geht. Zudem können solche Filme, die in der aktuellen Zeit spielen, auch nur schwer das Lebensgefühl im Arbeiter- und Bauernstaat vermitteln.

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Die Schwierigkeiten sind dem mittlerweile dritten Spielfilm um Zielfahnderin Nora Weiß – bei den ersten beiden Folgen "Solo für Weiss" handelte es sich um eine Fortsetzungsgeschichte – auch deutlich anzumerken. Bis nämlich die DDR-Thematik erstmal richtig in der Geschichte Fuß fasst, müssen Weiss und ihre Kollegen erstmal einen gesuchten Verbrecher dingfest machen, den Erfolg groß feiern und anschließend Monika Landau (Katharina Müller-Elmau) kennenlernen.

Die DDR kommt spät ins Spiel

Die bayrische Lokalpolitikerin vermisst ihren Mann Patrick, der bald danach tot am Strand angespült gefunden wird. Zuerst gerät Katrin Wolff (Lisa Bitter), mit der Patrick Landau offensichtlich eine Affäre hatte, ins Visier. Erst dann stoßen die Fahnder auf eine Spur, die auf die Vergangenheit des Toten in der DDR hindeuten. Eine geplante Flucht endete damals mit einer Verhaftung, weil jemand die Pläne verraten hatte.

Erst hier wird die Geschichte halbwegs interessant. Was vorher abläuft, zeigt sich im Wesentlichen nur als Füllmaterial, wobei vor allem der hörbehinderte Sohn des Toten Befremden auslöst: Nora Weiss beherrscht neuerdings die Gehörlosensprache, was aber im weiteren Handlungsverlauf keine Rolle mehr spielt.

Mühe spielt wie Lisa Wagner als "Kommissarin Heller"

Die Kriminalgeschichte zeigt sich in einigen polizeilichen Details nicht besonders glaubwürdig,  aber zumindest phasenweise mit einiger Dynamik erzählt. Wobei es auch landschaftlich wie stadtlandschaftlich was zu sehen gibt. Die Machenschaften der Stasi, potentiell durchaus ein spannendes Handlungselement, kommen aber nur vereinzelt zur Geltung. Aus André M. Hennicke als Maik Wosniak und auch Rainer Bock als Stasi-verdächtiger Vater von Nora Weiss wäre mehr herauszuholen gewesen.

Besonders mit Nora Weiss dürften Fans von Anna Maria Mühe aber ihre liebe Not haben: Norddeutsch unterkühlt und mit weitgehend regloser Miene muss Mühe hier knallhart gegen ihren Rauschgoldengelcharme anspielen, der vollkommen außen vor bleibt. Dabei hätte der gerade an diesem Sendeplatz mal für etwas frischen Wind sorgen können. Nora Weiss wirkt leider nur noch wie die Montagskrimi-Ausgabe von Kommissarin Heller.

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