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TV-Kritik: Familie Dr. Kleist: Ein Doc, wie die Zuschauer ihn mögen

Von Gute Familien-Unterhaltung: Bis das ZDF wieder den "Bergdoktor" ins Rennen schickt, könnten Fans von Arztserien bei Dr. Kleist in der ARD passenden Ersatz finden.
In der siebten Staffel der beliebten Eisenacher Arztserie bekommt die Praxisgemeinschaft von Dr. Christian Kleist (Francis Fulton-Smith, r.). attraktive Verstärkung: die Gynäkologin Tanja Ewald (Christina Athenstädt, l.) tritt die Nachfolge von Dr. Lisa Kleist an. Foto: ARD/Volker Roloff In der siebten Staffel der beliebten Eisenacher Arztserie bekommt die Praxisgemeinschaft von Dr. Christian Kleist (Francis Fulton-Smith, r.). attraktive Verstärkung: die Gynäkologin Tanja Ewald (Christina Athenstädt, l.) tritt die Nachfolge von Dr. Lisa Kleist an.

An Ärzten herrscht in Deutschland ja kein Mangel – zumindest nicht auf den heimischen Bildschirm. Neben "In aller Freundschaft" (seit 1998) holt besonders "Familie Dr. Kleist" (seit 2004) regelmäßig hohe Einschaltquoten in der ARD. Diese Serie dreht sich um das berufliche und private Leben von Dr. Christian Kleist (Francis Fulton-Smith), einem Internisten, der sich privat unter anderem von tödlichen Unfällen in seiner Familie bis zu privatem Medikamentenmissbrauch mit allerlei Schwierigkeiten herumplagen muss.

Von denen ist im Auftakt "Reine Nervensache" zur mittlerweile siebten Staffel nichts mehr zu spüren: Dr. Kleist erscheint auch durch den Souveränität ausstrahlenden Francis Fulton-Smith als Mann, der sein Leben überwiegend im Griff hat. Die breit ausgespielte private Häuslichkeit des Doktors und seiner Familie weckt dabei schon fast den Eindruck einer reinen Wohlfühlsendung – mit dem die beiden medizinischen Fälle der Auftakt-Episode dann aber wirkungsvoll kontrastieren.

Nicht nur eine Mandelentzündung

Einmal geht es um Martin Busch, ein männliches Model, und um Nina (Amelie Marshall), eine Schulfreundin von Christian Kleists Sohn Paul (Julian König). Paul bemerkt Lähmungserscheinungen an der Augenmuskulatur, die ihm jetzt kurz vor seinem großen Durchbruch besonders zu schaffen machen. Nina leidet an Mandelentzündung, so vermutet Christian Kleist zumindest anfangs. Doch als sich ihr Zustand dramatisch verschlechtert, stellt Kleist eine weitaus bedrohlichere Diagnose.

Die Geschichten funktionieren in beiden Fällen recht gut, gerade weil sich Francis Fulton-Smith in seiner Rolle als Dr. Kleist nicht als Halbgott in Weiß präsentieren muss. Martin Buschs weitere Genesung blieb offen und um Ninas Leben zu retten, muss der Arzt schnellstens ein Antitoxin gegen Diphtherie auftreiben. Was sich als nahezu unlösbare Aufgabe entpuppt, da die Krankheit dank umfangreicher Impfungen schon lange nicht mehr aufgetreten ist.

Kleist stößt an seine Grenzen

Das Drehbuch zögert die Rettung Ninas dadurch ziemlich lange hinaus, was das Interesse an der Geschichte hochhält, und es ist nicht Dr. Kleist, der das Medikament schließlich in letzter Minute beschaffen kann. Nicht weniger gelungen ist der Handlungsstrang um Martin Busch, zumal Gerrit Klein das Model nicht nur sympathisch, sondern auch mit der passenden Unsicherheit und Angst verkörpert.

Ansonsten bieten auch die Nebenfiguren mit ihren Alltagsproblemen dem Zuschauer Möglichkeiten zur Identifikation. Dirk Regel führt mit ruhiger Hand Regie und lenkt nicht mit Mätzchen von den Figuren ab. Herausgekommen ist eine angenehm flüssig erzählte Vorabendserie, die von ihren Charakteren lebt. An Zuschauermangel werden die 16 Folgen der neuen Staffel jedenfalls nicht leiden – zumal man ja auch wissen will, wie es mit der neuen Frau weitergeht, die der Arzt in Weimar kennenlernt.

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