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"Familie mit Hindernissen": Chaotische Sippschaft

Mit bemerkenswertem Witz und sehr guten Schauspielern - vor allem Nicolette Krebitz - nimmt diese Komödie eine Patchwork-Familie aufs Korn.
Katrin Wiedemann (Nicolette Krebitz) will mit Phillip Esch (Hary Prinz) mal alleine sein. Frank Wiedemann (Jürgen Maurerstört) ist unverfroren. Foto: (MDR/HA Kommunikation) Katrin Wiedemann (Nicolette Krebitz) will mit Phillip Esch (Hary Prinz) mal alleine sein. Frank Wiedemann (Jürgen Maurerstört) ist unverfroren.

Wie sieht die ideale Patchwork-Familie aus? So wie bei Katrin Wiedemann (Nicolette Krebitz) möglicherweise, jedenfalls, wenn sie den Hintergrund für eine Komödie abgeben soll. Tochter Saskia (Emilie Neumeister), 14 Jahre alt, ist wieder zu Papa Frank (Juergen Maurer) gezogen. Dessen neue Gefährtin Julia )Lisa Bitter) ist weit jünger als Katrin und hochschwanger. Katrin wohnt mit ihrem Lebensgefährten Phillip (Hary Prinz) zusammen, dessen Sohn Cannik (Oskar Bökelmann) ebenfalls mit unter dem Dach wohnt oder besser haust.


 Der Dauerkiffer hat es sich in Saskias früherem Zimmer gemütlich gemacht und die Bude eben so weit wie möglich verwüstet. Genau die richtige Voraussetzung, um Saskias Konfirmation zu einer Vollpleite zu gestalten. Dass da noch Katrins Eltern Renate (Marie Gruber) und Horst (Peter Prager) anrollen und Franks Mutter Diana (Daniela Ziegler) mit von der Partie ist, lässt die geplante Feier noch schneller aus dem Ruder laufen.

 

Keine Ruhe bei der Polizei

 
Und das alles beginnt auf dem Polizeirevier, wo Katrin sich schon freut, endlich mal ein wenig Ruhe zu bekommen – und dann zu ihrer Enttäuschung doch ohne Umstände entlassen wird. Aus einer ziemlich verqueren Situation schlägt die Komödie ihr Kapital und das macht sie auch nicht schlecht. Die Gags funktionieren überwiegend ziemlich gut und die Mixtur aus Klamauk, Situationskomik und geschickt platzierten ruhigen gerät ziemlich unterhaltsam.

Gerade in den ruhigen Momenten lässt die Geschichte auch noch eine gewisse Tragik durchschimmern, in denen auch die ernsthaften Aspekte einer Patchwork-Familie zur Sprache kommen. Die Konstellation der Familien mag etwas zusammengebastelt erscheinen, aber Drehbuch und Regie nutzen sie nicht nur für schrille und billige Gags.  Sie thematisieren dabei auch Gefühle von Vertrautheit und Zugehörigkeit – wobei ein sichtlich mit seinem kiffenden Sprössling überforderter Vater gleichzeitig für Spannung und die dennoch immer präsente Komik sorgt.


Gelegentlich holprig

 
Manche Szenen kommen im Handlungsverlauf allerdings auch ziemlich holprig und unmotiviert wie das Ballspiel, an dem sich Katrins Eltern in bester Feierkleidung beteiligen.  Da verliert der Film den roten Faden und stellt sich als turbulente Komödie gelegentlich selbst ein Bein. Auch einige der  direkten Ansprachen Katrins direkt in die Kamera ans Publikum – ein Stilelement früher Woody Allen-Filme - erscheinen eher bemüht als wirklich witzig.

Einen starken Eindruck hinterlassen dafür die Schauspieler und vor allem wieder einmal Nicolette Krebitz, die ihre Rolle als dauerüberforderte Mutter auch mit der nötigen Weichheit verkörpert. Dazu kommen sarkastische und treffende Szenen zu Katrins Vergangenheit und enttäuschte Hoffnungen ihrer Eltern, wenn sich diese etwa über den beruflichen Hintergrund ihres neuen Lebensgefährten mokieren oder ihre Mutter Katrins Mitarbeit in der Küche bemäkelt. Was sich hier andeutet, sind alltägliche Probleme, mit denen sich viele Zuschauer identifizieren können.


Der Film in der Mediathek





 
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