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TV-Kritik: "Feindkontakt": Mit tollem Cliffhanger am Schluss

Aus der Reihe "Die Spezialisten": Endlich mal ein richtig guter Krimi um eine DDR-Geschichte - allein schon das Ende macht ihn sehenswert.
Kann Kriminalhauptkommissar Henrik Mertens (Matthias Weidenhöfer, l.) bei der Befragung von  Andreas Lehmann (Julian Weigend, r.) wichtige Erkenntnisse gewinnen? Foto: Richard Hübner Kann Kriminalhauptkommissar Henrik Mertens (Matthias Weidenhöfer, l.) bei der Befragung von Andreas Lehmann (Julian Weigend, r.) wichtige Erkenntnisse gewinnen?
Die Knochen eines vermutlich noch sehr jungen Mannes führen das Ermittlerteam aus der Reihe "Die Spezialisten" diesmal zurück zu einem Fall aus den achtziger Jahren. Bei einer Übung der "Gesellschaft für Sport und Technik" (GST), einer paramilitärischen Organisation der DDR, kam damals der erst 17jährige Jan Seiler ums Leben, als er einen anderen Mann vor dem Ertrinken retten wollte. Seine Leiche wurde nie gefunden. So zumindest die offizielle Version. Aber in Wirklichkeit wurde Jan Seiler erschossen.

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War es ein Unfall? Der Todesschütze Andreas Lehmann (Julian Weigend), ein guter Freund des Toten, hatte am Vortag an einer  Schießübung teilgenommen, bei der auch scharfe Munition zum Einsatz kam. Kommissar Henrik Mertens (Matthias Weidenhöfer) und seine Kollegin Dr. Katrin Stoll (Valerie Niehaus) suchen Seilers damalige Freundin Elke Gallert (Nele Mueller-Stöfen) auf, um ihr die Wahrheit über Seilers Tod mitzuteilen.
 

Die Fälle der IEK

 
Dabei machen sie eine brisante Entdeckung: Elke Gallert ist ausgerechnet mit Andreas Lehmann zusammen – dem Mann, der damals ihren Freund erschossen hat. "Die Spezialisten" ist in der Interdisziplinären Ermittlungskommission (IEK) des Landeskriminalamts Berlin angesiedelt. Die Hintergründe reichen oft weit in die Vergangenheit zurück: In der Episode "Heroes" etwa geht es um eine Drogentote im Berlin der wilden siebziger Jahre, hier um einen dubiosen Todesfall während einer Wehrübung in der DDR.

Kriminalgeschichten mit Wurzeln in der DDR-Vergangenheit leiden oft darunter, dass eine mehrere Jahrzehnte zurückliegende Geschichte nicht mehr wirklich packen will. Hier kann der Plot jedoch voll überzeugen: Es geht um Auflehnung und Mitläufer, um Zivilcourage im System der DDR. Das Drehbuch handelt die Ereignisse im Wehrlager der GST zudem nicht rein verbal ab, sondern vermittelt dem Zuschauer durch gespielte Szenen einen anschaulichen Eindruck vom extremen Anpassungsdruck in in der DDR.

Forensik auch optisch vermittelt

 
Außerdem verknüpft die Geschichte die politische Ebene des Falles geschickt mit einem heiklen Dreiecksverhältnis unter Teenagern. Am Ende gibt es eine überraschende Auflösung. Im Vergleich zu anderen Krimi-Serien besitzt Spurensicherung und die Ermittlung von winzigen Einzelheiten eine besonders wichtige Stellung im Handlungsverlauf. Immer wieder lässt der Film den Zuschauer durch mikroskopische Aufnahmen, Reagenzgläser und fotografische Details an der Arbeit der Ermittler teilnehmen.

Vereinzelt spielt das Privatleben der Fahnder mit hinein, wobei aber vor allem die Medikamentenabhängigkeit und der körperliche Zustand von Mertens eine markante Rolle spielt. Allein schon der Cliffhanger, den der Film am Ende daraus entwickelt, macht kräftig Lust auf die nächste Episode!
 
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