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TV-Kritik: "Für immer Adaline": Indiana Jones rettet den Film

Von Warum die ambitionierte Auseinandersetzung mit Tod und Vergänglichkeit nur eingeschränkt funktioniert.
Ist das wünschenswert? Adaline Bowman (Blake Lively) altert seit einem Unfall in den 1930er Jahren nicht mehr. Foto: (ARD Degeto/Programmplanung und P) Ist das wünschenswert? Adaline Bowman (Blake Lively) altert seit einem Unfall in den 1930er Jahren nicht mehr.
Mit dem Thema Altern hat sich die Filmwelt einerseits immer schwer getan. Falten erhöhen nur selten die Chance auf gute Rollen, besonders bei Frauen. Andererseits hat die Angst vor dem Altern bemerkenswert gute Filme hervorgebracht, etwas den mittlerweile in Vergessenheit geratenen Horrorfilm "Begierde". Überhaupt strahlt das Genre des Vampirfilms in dieser Beziehung eine schillernde Faszination aus: Besteht der Reiz des Vampirdaseins denn nicht auch darin, nicht zu altern?
 
Dass es auch ohne Blut geht, hätte dieser Film beweisen können. Adaline Bowman (Blake Lively), geboren im Jahr 1908, wird nach einem Autounfall von einem Blitz getroffen und bleibt fortan "vom Zahn der Zeit verschont". Was schon in den fünfziger Jahren zu Problemen und einer Konfrontation mit dem FBI führt. Seitdem muss sie alle paar Jahre umziehen, eine neue Identität annehmen und ihr Aussehen verändern. Ihre Tochter ist längst eine alte Frau.
 

Überwiegend belanglos

 
Als sie in William Jones (Harrison Ford) einen Mann trifft, der ihr schon Jahrzehnte zuvor begegnete, beginnt ihr Lügengebäude jedoch zu bröckeln – und dann überschlagen sich die Ereignisse. Der Film hinterlässt gemischte Gefühle. Einerseits kann die Geschichte als poetische Auseinandersetzung mit den Themen Alter, Tod und Vergänglichkeit durchaus mit berührenden Momenten aufwarten. Doch bis es soweit kommt, dauert es erheblich zu lange.
 
Die Liebesgeschichte zwischen Adaline und Ellis Jones (Michiel Huisman) nimmt zu viel Raum ein und entwickelt sich nur schleppend. Das Drehbuch konnte mit dem Thema offenbar nicht wirklich etwas anfangen: Besonders die banalen und gestelzt klingenden Dialoge und die wenig Spannung vermittelnde Musik sorgen bald dafür, dass der Film über weite Strecken eher vor sich hinplätschert. Die schicke Hochglanz-Ästhetik vermittelt einen abgehobenen Eindruck: Das reale Leben in den USA samt Arbeitswelt kommt einfach nicht vor.
 

Endlich kommt Ford

 
Die Geschichte hätte mit einer strafferen Handlungsführung  eine deutlich stärkere Wirkung entfalten können. Humor bleibt außerdem Mangelware. Erst Harrison Ford gibt der Geschichte auch schauspielerisch einen gewissen Elan und rettet damit den ganzen Film davor, angesichts des ambitionierten Themas in der eigenen Belanglosigkeit zu ersticken. Leider bleibt seine Rolle aber dennoch zu klein, um einen wirklich markanten Eindruck zu hinterlassen.
 
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