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"Geliehenes Glück": Sentiment ohne Kitsch

Von Eine Leihmutter will das Kind, das in ihr heranwächst, plötzlich nicht mehr hergeben. Die Lena Lorenz-Episode überrascht dabei durch ihren Humor.
Lena Lorenz (Patricia Aulitzky, r.) hat die hochschwangere Katerina Nowak (Natalia Rudziewicz, l.) bei sich aufgenommen. Foto: Kerstin Stelter Lena Lorenz (Patricia Aulitzky, r.) hat die hochschwangere Katerina Nowak (Natalia Rudziewicz, l.) bei sich aufgenommen.
Dass sie das Landleben in irgendeiner Weise romantisiert und als heitere Idylle zeichnet, kann man der neuen Lena Lorenz-Folge nun wahrlich nicht vorwerfen. Zeigte sich die von Berlin in ihr heimatliches Bayern gereiste Hebamme, gespielt von Patricia Aulitzky, in ihrem Auftakt vor zwei Jahren noch als allzu patente Problemlöserin, wächst ihr nun schon in den ersten Minuten alles über den Kopf. Als da wären: Säcke mit Futter schleppen, Schweine füttern, sich um den Geburtsvorbereitungskurs kümmern.

 
Auch der allmählich demente Großvater (Fred Stillkrauth) will versorgt sein. Ein wenig Frischmachen geht unter solchen Umständen nur nebenbei. Kein Wunder, dass Lena Lorenz dann vor Erschöpfung vor ihren schwangeren Kundinnen vor Erschöpfung einschläft – und damit prompt das nächste Malheur auslöst. Der Dauerstress mit ständigen kleinen Katastrophen sorgt für eine gewisse Heiterkeit und macht die Titelheldin der Serie ungemein menschlich. Und gibt Patricia Aulitzky viel Gelegenheit, auch ihr komisches Potential auszuspielen.
 

Das Kind wird plötzlich wichtig

 
Hauptsächlich aber dreht sich "Geliehenes Glück" um die junge Katherina Nowak aus Tschechien. Lena Lorenz greift die hochschwangere junge Frau auf, quartiert sie auf dem Hof ihrer Familie ein – womit sie umgehend wieder ein neues Chaos anrichtet – und hat plötzlich das Ehepaar Beate (Edita Malovcic) und Christian Mertens (Florian Panzner) vor sich stehen. Von diesen erfährt sie die Hintergründe: Katherina ist Leihmutter, was in Tschechien rechtlich kein Problem darstellt.

Doch jetzt möchte sie das Kind behalten. Das Drehbuch lotet die emotionalen Probleme des Trios geschickt aus und lässt dabei auch eine gewisse Dosis Sentimentalität zu, ohne in blanken Kitsch zu verfallen. Die junge Frau, die mittlerweile selbst Muttergefühle entwickelt hat, und das Ehepaar, das sich nichts sehnlicher als eben dieses Kind wünscht – eine spannende wie glaubwürdige Zusammenstellung. Dabei liefern Malovcic und Panzner wie auch Rudziewicz gerade durch ihr ruhiges und zurückhaltendes Spiel eine eindringliche Vorstellung.
 

Es gibt Witz und was fürs Auge

 
Andere Handlungsstränge drehen sich um Lenas Freundin Julia Obermeier (Liane Forestieri) und einen selbstbewussten weiblichen Feriengast, der schon durch Gertrud Roll – bekannt aus der Serie "Vorstadtweiber" – für eine weitere Prise Humor sorgen darf. Für das nötige Augenfutter sorgt die wunderbare Berglandschaft. Es müssen eben nicht immer Bergetter und Bergdoktor sein. Bis die wieder auf den Bildschirm kommen, stellt Lena Lorenz mittlerweile einen vollwertigen Ersatz dar.

Der Film in der Mediathek

 
 
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