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TV-Kritik: "Gestohlenes Glück": Dramatisches Wiedersehen

Von "Der Bergdoktor" kommt nächste Woche wieder zurück – und hier mit einem tollen Winterspecial zum Anheizen
Sie hat ihren angeblichen Sohn als Kind entführt: Sabine Moser (Janina Hartwig, l.) gesteht Dr. Martin Gruber (Hans Sigl, r.) die traurige Wahrheit. Foto: Stefanie Leo/ZDF Sie hat ihren angeblichen Sohn als Kind entführt: Sabine Moser (Janina Hartwig, l.) gesteht Dr. Martin Gruber (Hans Sigl, r.) die traurige Wahrheit.

Das erste Wiedersehen zwischen Eltern und Sohn fällt bemerkenswert kühl aus. Aber was heißt hier überhaupt Wiedersehen? Karl Moser (Lenius Jung) heißt eigentlich Noah und wurde als Baby von seinen leiblichen Eltern entführt. Sabine Moser (Janina Hartwig), die Frau, die er sechzehn Jahre lang für seine leibliche Mutter gehalten hat, ist die Entführerin und hat ihn angelogen. Aber er kann seine Gefühle für sie deswegen nicht einfach abschalten. Und das hat gefährliche Konsequenzen für den Heranwachsenden. Die Sache kam nämlich heraus, als bei Karl nach einem Eisunfall im Krankenhaus ein schwerer Leberschaden festgestellt wurde.

 

Sabine Moser musste, als mögliche Organspenderin angesprochen, Dr. Martin Gruber (Hans Sigl) wohl oder übel ihr dunkles Geheimnis anvertrauen: Sie hat ihren angeblichen Sohn den leiblichen Eltern gestohlen, weil sie selbst keine Kinder bekommen konnte. Doch jetzt brauchen die Ärzte im Krankenhaus die leiblichen Eltern für eine Transplantation. Sabine Moser nennt Dr. Gruber Namen und Adresse: Lisa Richthofen (Ann-Kathrin Kramer) und ihr Mann Leon (Gedeon Burkhard) reagieren zunächst hocherfreut. Aber Karl will nicht, dass seine Entführerin angezeigt wird.

 

Geschickt verwobene Handlungsfäden

 

"Gestohlenes Glück" heißt das diesjährige Winterspecial des ZDF-Dauerbrenners "Der Bergdoktor". Wie meist sind die melodramatischen Verwicklungen sehr gekonnt entwickelt. Das Drehbuch hat die Verzweiflung der Entführerin -  die sich zunehmend egoistisch zeigt -  das fremdelnde Verhältnis zwischen Sohn und leiblichem Eltern und auch die Gefühlwelt eines Heranwachsenden gut in die Handlung integriert. Auch der Zwist zwischen Karl Eltern über die Behandlung der Entführerin erscheint nachvollziehbar.

 

Dass einige Handlungsschritte wie Karls Entlassung aus dem Krankenhaus das Geschehen mitunter nicht sonderlich realistisch erscheinen lassen wirken, trübt das Sehvergnügen kaum. Nach einer knappen Stunde lässt sich der Film nämlich noch einen geschickten Kniff einfallen, um der Handlung noch einen richtigen Schub an Spannung zu geben. Dabei nutzt „Gestohlenes Glück“ auch die medizinischen Aspekte nicht einfach nur, um die Laufzeit zu füllen, sondern um auch gegen Ende noch einmal die Spannung und Melodramatik zu steigern.

"Gestohlenes Glück" verpasst? Hier geht´s zur ZDF-Mediathek.

 

Beste Schauspielerin: Janina Hartwig

 

Die Schauspieler erledigen ihren Job durchweg sehr ordentlich. Besonders Janina Hartwig gestaltet Sabine Mosers Charakter zwischen Liebe, Verzweiflung und berechnendem Egoismus glänzend. Nur von Gedeon Burkard hätte man sich in einigen Szenen etwas mehr Emotionalität gewünscht, etwa beim Zusammentreffen Leon Richthofens mit Sabine Moser. Die tiefverschneiten Winterlandschaften ergeben eine perfekte Kulisse. Auch wenn "Gestohlenes Glück" die Intensität des letzten Winterspecials "Wunschkind" nicht ganz erreicht: Kräftig Lust auf die zehnte Staffel ab nächster Woche macht der Film auf jeden Fall.

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