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TV-Kritik: "Gestorben wird immer": Ein Mörder zum Mitfühlen

Von Töten auf dem Friedhof: Otto Garber und Linett Wachow aus "Ein starkes Team" haben es diesmal mit dubiosen Bestattern zu tun.
Otto (Florian Martens, l.) und Linett (Stefanie Stappenbeck, m.) versuchen, Frank Sommer (Alexander Hörbe, r.) zur Vernunft zu bringen. Foto: ZDF/Katrin Knoke Otto (Florian Martens, l.) und Linett (Stefanie Stappenbeck, m.) versuchen, Frank Sommer (Alexander Hörbe, r.) zur Vernunft zu bringen.
Auch wenn Kommissar Ben Kolberg (Kai Lentrodt) seit der letzten Folge nicht mehr dabei ist – er hat ja lieber eine Weltreise angetreten, statt Verbrecher zu jagen – bleibt er präsent und meldet sich übers Netz bei seinen neidischen Kollegen daheim in Berlin. Statt auf Curaçao in der Karibik zu entspannen, müssen die sich um einen toten Bestatter kümmern. Sven Kreuzkamp (Jockel Tschiersch) wurde im offenen Grab auf einem Sarg liegend gefunden.
 
Der Tote leitete zusammen mit seinem Partner Hermann Lichte (Uwe Ochsenknecht) ein Beerdigungsinstitut und hatte sich bei vielen verhasst gemacht: So bei Stefanie Lentz (Maria Simon), deren Vater selbst ein Begräbnisinstitut leitete und sich erhängte, als er gegen die Dumpingpreise seiner neuen Konkurrenten nicht mehr ankam. Oder bei Frank Sommer (Alexander Hörbe), dessen alte Mutter noch einmal gezwungen war, arbeiten zu gehen.

Mit passendem Welthit aus den 80ern

Nach über 70 Folgen hat sich "Ein starkes Team" als verlässlicher Lieferant von meist gut gemachten Samstagskrimis etabliert und diese neueste Folge gehört zu ihren besten Fällen. Das geht schon gleich zum Anfang los, wenn ein Begräbniszug sich auf dem Friedhof zum 80er-Jahre-Hit "Road to Nowhere" von den Talking Heads bewegt. Das Thema lädt natürlich zu etwas schwarzem Humor ein, der sich hier aber im Rahmen dessen bewegt, was angesichts der frühen Sendezeit noch angeht.

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So will Sputnik (Jackie Schwartz) als Versicherungsvertreter den Kriminalern eine Sterbeversicherung gendrehen und es fallen so schöne Sätze wie "Warum leben, wenn man schon für 500 Euro unter die Erde kommen kann". Andererseits schafft "Gestorben wird immer" dennoch einen durchaus respektvollen Umgang mit dem generell schwierigen Thema Tod und Trauer, wenn etwa Stefanie Lentz mit passender Tonlage erklärt, dass auch Bestatter ein Recht auf Trauer haben.

Zurück zu alter Stärke

Auch sonst macht der ZDF-Krimi eigentlich alles richtig. Die Drogenschmuggel-Geschichte passt als Hintergrund gut hinein, es gibt schöne Wendungen und wie meistens in der seit 1994 laufenden Krimi-Reihe gut pointierte Dialoge. Matthi Faust macht sich als Neuer im Team nicht übel, und wie sich das für eine klassische Mördersuche im Kriminalfilm gehört, stellt sich am Ende jemand als Täter heraus, von dem man es am wenigsten erwartet hätte.
 
Der Täter zeigt sich dann außerdem noch schön ambivalent gezeichnet, tragisch-unglücklich in eine Frau verliebt, die ebenfalls Opfer ist, und dadurch mit einem nachvollziehbaren Motiv versehen. Genau die Mixtur also, die ihm und damit auch dem ganzen Film eine längere Erinnerung beim Zuschauer sichert. Schön, dass die Reihe nach der vermasselten Folge „Treibjagd“ wieder zur alten Stärke zurückgefunden hat.
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