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TV-Kritik: "Glamourgirl": Besser Bier als Schampus

Von Neben Anleihen aus einem Filmhit gefällt die neue Episode aus "Ein Fall für zwei" durch die klug gezeichnete und toll gespielte Titelheldin.
Die naive Geraldine Fink (Nora Huetz, r.) ahnt nicht einmal, wie gefährlich ihre Agentin und Managerin Doris Eisner (Katja Weitzenböck, l.) für sie ist. Foto: ZDF und Felix Holland Die naive Geraldine Fink (Nora Huetz, r.) ahnt nicht einmal, wie gefährlich ihre Agentin und Managerin Doris Eisner (Katja Weitzenböck, l.) für sie ist.
Frankfurt.  Wenn ein Privatdetektiv eine hübsche junge Prominente – landläufig auch "It-Girl" genannt – beschützen soll, woran erinnert das nur? Ja klar, an den Hollywood-Hit "Bodyguard“ mit Whitney Huston. So geht es diesmal Leo Oswald (Wanja Mues), der die attraktive Geraldine Fink (Nora Huetz) unter seine Fittiche nimmt. Fink steht unter Verdacht, den Medienassistenten Markus Kleinert erstochen zu haben. Anwalt Benni Hornberg (Antoine Monot jr.) wird zu ihrem Pflichtverteidiger bestellt.
 
Keine leichte Sache für Hornberg, denn seine Mandantin wachte morgens mit Blut an den Händen und dem toten Kleinert in der Wohnung auf. Sie hat den Toten nach eigenen Angaben geliebt und sie hatte neben Alkohol auch verbotene Substanzen in ihrem Blut. Und sie ist sich ihrer ernsten Lage nicht bewusst: Die strengen Auflagen, unter denen sie von der Untersuchungshaft verschont bleibt, hat sie sehr schnell wieder vergessen und bringt sich damit in Gefahr. Aber auch ihren Beschützer Leo Oswald auf eine heiße Spur.

Nur ein Hauch von Huston und Costner

Einige Parallelen  zu "Body-Guard" sind kaum zu leugnen, weswegen der US-Film und Kevin Costner nicht nur namentlich Erwähnung finden, sondern auch kurz Whitney Hustons Superlied "I will always love you" ertönt. Damit endet die Ähnlichkeit zu "Bodyguard" aber auch schon. Eine Liebesgeschichte zwischen Geraldine Fink und Leo Oswald steht etwa nicht auf dem Programm. Wär auch irgendwie unpassend, wenn die "Ein Fall für zwei"-Helden ihren für die Serie so prägenden proletarischen Hintergrund verlieren würden: Da passt Bier einfach besser als Champagner, selbst wenn es dank eines defekten Kühlschranks nur warmes Bier gibt.

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Ihre Stärken beweist die Neuauflage des TV-Dauerbrenners immer wieder mit ihrer differenzierten und originellen Charakterzeichnung: Geraldine Fink entstammt zwar einer Glamour-Welt, aber sie erscheint in keiner Weise arrogant oder verzogen. Bei näherem Kennenlernen zeigt sie sich zwar als naiv und Drogen nicht abgeneigt, aber auch als liebenswürdig und unsicher. Dazu besitzt sie Loyalität, besonders gegenüber ihrer Agentin und Managerin Doris Eisner (Katja Weitzenböck): Sie weiß, was sie dieser Frau zu verdanken hat. Doch am Ende kostet sie ihre Loyalität fast das Leben.
 
Zu Finks gutherzigem Charakter passt auch ihr Hintergrund sowie das Ende im Stil von "Oliver Twist". Nora Huetz spielt das "Glamourgirl" mit bemerkenswert glaubhafter Emotionalität und Ängstlichkeit. Katja Weitzenböck kann ihre Rolle als Doris Eisner dementsprechend dominanter und kantiger anlegen, was ihr einen markanten Auftritt verschafft. Ansonsten gefällt diese Episode durch ihre straffe und an einigen Stellen sehr temporeiche Erzählweise. Die Quoten beweisen es: "Ein Fall für zwei" kommt an seit dem Neustart, und "Glamourgirl" zeigt recht gut, warum.
 

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