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"Handwerker und andere Katastrophen": Unfertig

Von Der Film demonstriert augenfällig, was bei einer Hausrenovierung und einer Komödie darüber schieflaufen kann.
Im Bad des Traumhauses gibt es eine böse Überraschung. Nicht nur Stefans (Oliver Mommsen) Nerven steht ein Balanceakt bevor. Foto: Julia von Vietinghoff Im Bad des Traumhauses gibt es eine böse Überraschung. Nicht nur Stefans (Oliver Mommsen) Nerven steht ein Balanceakt bevor.
"Äh - und wo ist die Überraschung?" fragt Sohn Jakob (Leopold Schill) seine Eltern, als er den Stofftier-Elchkopf an der Wand seines neuen Zimmers betrachtet. Seine Eltern sind umgezogen in ein neues Haus. Das heißt, in einen Altbau, die der Klinik-Arzt Stefan Schröder (Oliver Mommsen) seinem Chef Dr. Umland (Peter Sattmann) abgekauft hat. Seine Frau Silke (Tanja Wedhorn) erwartet das zweite Kind, die städtische Wohnung wird zu klein - und das alte Haus birgt so manche fiese Überraschung.
 
"Äh - und wo ist der Witz?" könnte sich der Zuschauer ähnlich wie der kleine Jakob an manchen Stellen fragen. Komödien über Hausbau und Renovierung sind so alt wie das Kino selbst. Und vor dreißig Jahren gab es etwa den von Spielberg produzierten "Geschenkt ist noch zu teuer", der schon das Remake der US-Komödie "Nur meiner Frau zuliebe" von 1948 war.  Was die Macher "Handwerker und andere Katastrophen" vor Probleme stellte: Welchen Gag könnte man da bringen, den es nicht schon einmal so oder so ähnlich gegeben hätte?
 

Viele Gags sind nicht neu

 
So wirkt denn auch vieles, was man zu sehen bekommt, nicht eben neu. Wasser spritzt aus der Wand, ein Klo läuft über, die Handwerker sprechen und verstehen kein Deutsch und alle sind ziemlich überfordert. Vor allem Silke, wenn ihr Mann etwa ein Vermögen für gründerzeitliche Türklinken ausgegeben hat. Aber nicht nur deswegen geht im Verlauf des Films nicht nur das Haus, sondern auch die Ehe des Paares fast in die Brüche.
 
Manchmal gerät auch der Film etwas in Schieflage. Manche altbekannte Gags werden eher lieblos aufbereitet und durchgenudelt und gelegentlich pendelt das Geschehen unentschlossen zwischen Ehedramödie und Slapstick hin und her. Wobei die Komödie ihre melodramatischen Zwischentöne besser auf die Reihe bekommt als die witzigen Szenen. Was allerdings für sich alleine genommen noch kein Kunststück ist.
 

Was Komödie so schwierig macht

 
Ein Kunststück ist vielmehr, einen ausgewogenen Mix aus Gefühl und Klamauk zu schaffen, und damit tut sich der Film sichtlich schwer. Komödie und besonders der zu Unrecht viel gescholtene Slapstick ist die schwierigste Filmgattung überhaupt und "Handwerker und andere Katastrophen" demonstriert augenfällig, was man dabei alles schieflaufen kann. Es hapert an Tempo und Timing. Die Schauspieler scheinen zudem mit einigen Szenen nicht wirklich etwas anfangen zu können.
 
Wenn Tanja Wedhorn etwa einmal wie ein hysterisches Kind zu kreischen und zu jammern anfängt, dann wäre das gut für eine Szene gegen Schluss. So wie sie das hier tut, ist das zu früh und vom Drehbuch nicht ausreichend motiviert. Das sowohl der unfähige Bauleiter Hartmut Panter (Jürgen Tarrach) als auch der Schwiegervater einen Herzinfarkt hatten, zeigt ebenfalls auf, dass es an richtig guten Einfällen mangelt. Stattdessen gibt es einen Ehemann, der an seinem Arbeitsplatz mit einer Krankenschwester anbandelt und mit Spielkonsolen Autorennen spielt. Naja.
 
Einiges funktioniert aber auch. Gerade Tarrach macht sich als schmieriger Bauleiter ganz ordentlich, Tanja Wedhorn ist trotz übermodeliertem Schwangerenbauch ganz nett anzuschauen und auch vom (Film)handwerklichen her muss man nicht meckern. Am Ende weiß der Zuschauer auch, dass es mit Gutachter zuvor besser geht. Vom anarchischen Witz und der lustvollen Zerstörung seiner Vorbilder - genannt sei hier noch "Das unfertige Fertighaus" von Laurel und Hardy - bleibt Handwerker und andere Katastrophen aber ziemlich weit entfernt.

Den Film in der Mediathek ansehen

 

 
 
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