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TV-Kritik: "Hansa Harmonia": Was die neue "SOKO Hamburg" taugt

Von Im März startete die neue ZDF-Vorabendserie. Eine tote Kellnerin deckt in dieser Folge explosive Verbindungen in einem Ruderclub auf.
Kommissarin Lena Testorp (Anna von Haebler) untersucht mit einem KTU-Kollegen (Komparse) die tote Kristin Lange (Annika Schrumpf, im Leichensack). Foto: Manju Sawhney Kommissarin Lena Testorp (Anna von Haebler) untersucht mit einem KTU-Kollegen (Komparse) die tote Kristin Lange (Annika Schrumpf, im Leichensack).

Seit dem durchschlagenden Erfolg der ersten SOKO-Serie hat das ZDF etliche weitere Ermittlerteams installiert. Vor 40 Jahren startete "SOKO München" als "SOKO 5113" und vor vier Wochen als neuester Ableger "SOKO Hamburg". Womit die Elbmetropole nach "Notruf Hafenkante", dem "Großstadtrevier" und den Hamburger "Tatort"-Beiträgen mit Nick Tschiller und Thorsten Falke ein weiteres Mal zum Krimi-Schauplatz wird.

Der Kiez, sonst Lieblingskulisse vieler Krimi-Regisseure, kommt diesmal aber nicht zur Geltung. Die Hansa Harmonia aus dem Titel entpuppt sich als Ruderclub am – fiktiven – Maanstedter See. Dort wird Kristin Lange (Annika Schrumpf) tot aufgefunden. Die Studentin kellnerte in dem Ruderclub und hatte ausgerechnet mit Mark Jakobshagen (Daniel Lommatzsch), dem Sohn des Clubpräsidenten, eine heftige Affäre.

Scheitern und Ehrgeiz

Brisant dabei, dass Mark kurz davor im Club seine Verlobung mit Frida Reitmeyer (Theresa Underberg) gefeiert  hatte. Bei deren Vater, einem schwerreichen Reeder, handelt es sich um einen wichtigen Klienten von Marks Vater. Allerdings war die Situation noch deutlich komplizierter. Was die Tote wirklich mit Mark und dessen Vater Peer Jakobshagen (Markus Boysen) verband, ist für die Ermittler schwer zu durchschauen.

Und hält das Interesse an dem Fall ziemlich hoch.  Ein Student am Rand des Scheiterns, der gerne aus seinem Goldenen Käfig ausbrechen würde, und eine Freundin mit höchst dubioser Vergangenheit ist eine ziemlich explosive Konstellation, was das Drehbuch auch weidlich nutzt. Dabei dürfen die Beteiligten auch immer wieder neue Facetten offenbaren, wobei sich für den Zuschauer aber dennoch ein Gesamtbild ohne logische Brüche ergibt.

Die Ermittler zeigen Zurückhaltung

Besonders Peer Jakobshagen ist dafür ein gutes Beispiel: Arrogant und unsympathisch, wobei sein Handeln aber durchgehend nachvollziehbar bleibt. Die Figuren zeigen sich dabei alltagsnah gestaltet und laden zur Identifikation ein. Das gilt auch für die Ermittler: Sie dürfen kleine Eigenheiten zeigen, ohne aber deswegen zu stark im Vordergrund zu stehen. Es ist der Fall und die in ihn verwickelten Figuren, um die es in erster Linie geht.

Dazu kommt noch ein kräftiger Schuss Hamburger Lokalkolorit samt neuer Elbphilharmonie: Das ZDF weiß, was seine Zuschauer wollen. Dass dabei Friederike Heß an der Kamera mehr Ehrgeiz zeigt als sonst in Vorabendserien üblich, ist auch kein Nachteil. Bei der ersten Staffel dürfte es also nicht bleiben.

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