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TV-Kritik: "Heiraten ist nichts für Feiglinge": Fein gemacht

Von Haben Sie Lust Lust auf eine hübsche romantische Komödie? Dann könnte dieser ZDF-Film genau das Richtige sein.
Raus mit der Sprache: Caro (Nadja Becker, l.) will von Kathi (Anna Maria Sturm, r.) mehr über deren anonymen Schwarm erfahren. Foto: Georges Pauly Raus mit der Sprache: Caro (Nadja Becker, l.) will von Kathi (Anna Maria Sturm, r.) mehr über deren anonymen Schwarm erfahren.
Hochzeiten haben schon zu Stummfilmzeiten einen passenden Hintergrund für Komödie abgegeben. Bei einem so bedeutenden Akt sind oft bei allen Beteiligten die Nerven zum Zerreißen gespannt – beste Voraussetzungen für kleine und größere Katastrophen also. Um das Hochzeitspaar Caro (Nadja Becker) und Jan (Maximilian Grill) geht es in der ZDF-Produktion aber nur am Rande. Im Mittelpunkt steht vielmehr Kathi (Anna Maria Sturm), Trauzeugin und zugleich beste Freundin der Braut.

Die wird kurz vor der Hochzeit von ihrem Freund Markus (Bernhard Piesk) verlassen, als sie etwas zu laut und selbstbewusst über Heirat, Kindern und Familie nachdenkt. Allerdings wird Markus, mittlerweile mit neuer und überaus attraktiver Freundin, auch zur Hochzeit von Caro und Jan erscheinen. Und da muss Kathi natürlich gegenhalten mit einem mindestens ebenso eindrucksvollen neuen Freund. Aber woher soll sie auf die Schnelle so einen Traumprinzen kennenlernen?

Verzweifelte Suche im Netz

Während sich Kathi auf der Partnerbörse „Datelink“ im Internet nach passenden Kandidaten umschaut, organisiert sie zusammen mit Theo (Kostja Ullmann), dem zweiten Trauzeugen, die Einzelheiten der Hochzeit. Theo hat gleich drei Handys, einen anspruchsvollen Job mit besten Karrierechancen und eine überaus fordernde Freundin. Neben einigen echten Katastrophen-Kandidaten in der Wirklichkeit lernt Kathi auf Datelink einen gewissen Lotsch kennen, der ihr sehr einfühlsam begegnet.

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Und der ist kein Geringerer als Theo, der sich nach mehr Freiheit sehnt so wie Kathi nach Bindung. Am Ende wirft Theo nicht nur seine drei Handys weit weg. "Heiraten ist nichts für Feiglinge" schafft den schwierigen Spagat zwischen Romantikfilm und Komödie ziemlich souverän. Er erzählt im Rahmen einer flotten Komödie viel über romantische Sehnsüchte und Enttäuschungen, verknüpft das aber auch mit einer gewissen Doppeldeutigkeit: Es steht bei weitem nicht nur um die Suche nach der einen großen Liebe im MIttelpunkt, auch bei Kathi nicht.

Nicht nur die große Liebe

Es geht bei ihrer "Partnersuche“ vielmehr auch um Prestige, gekränkten Stolz und verletzte Eitelkeit.  Für die nötigen Gags – schließlich handelt es sich ja um eine Komödie - sorgen dabei vor allem die Kandidaten, die Kathi über „Datelink“ kennenlernt. Dabei gelingt dem Film sogar ein echtes Meisterstück, als Kathi beim Radeln mit Fitnessfanatiker Holger (Josef Heynert) schon restlos genervt aufgeben will und dann aber über sich selbst hinauswächst, als sie ihren Ex-Freund samt scharfer Begleitung erblickt: Genau hier geht es nämlich auch um die Bewahrung des schönen Scheins.

Eine Spur zu grobschlächtig angelegt kommt allerdings Ralf (Daniel Zillmann) rüber. Zillmann eignet sich zwar schon durch seine Erscheinung für komische Rollen – ähnlich wie einst US-Star John Candy – aber die Episode um Ralf gelingt in dem ansonsten gut gelungenen und fein gespielten Film nicht so ganz. Ein Schuss Klamauk macht sich allgemein zwar auch in einer romantischen Komödie nicht schlecht, aber hier schwächelt die Ausführung. Da wäre in der Story sicher noch mehr drin gewesen.
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