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Fernsehkritik: Hochzeit in Rom: Wenigstens gibt‘s was zum Gucken

Leider eine müde Schnulze: Aber Auftakt, Kulisse und eine italienische Schauspielerin lohnen noch halbwegs das Ansehen des Films "Hochzeit in Rom", sagt unser Kritiker.
Hochzeit in Rom: Max (Matthias Zera) und Bianca (Federica Sabatini). Foto: ARD Degeto/RAI FICTION/Cristina Di Paolo Antonio Hochzeit in Rom: Max (Matthias Zera) und Bianca (Federica Sabatini).

Max (Matthias Zera), ein Architekt mit großen Zukunftsplänen, lernt die Kellnerin Bianca (Federica Sabatini) kennen und lieben. Sie landen erst im Bett, dann in der Badewanne. Von der aus verabschiedet sich Bianca ziemlich unvermittelt und ohne Wiedersehenspläne. Doch Max spürt sie auf und findet heraus, dass es sich bei Bianca um einen Spross eines alten und ziemlich bankrotten Adelsgeschlechts handelt.

Heiraten will er sie dennoch und hält umgehend bei ihrem Vater Vibaldo (Ricky Tognazzi) um ihre Hand an. Ohne die Angebetete erst mal um ihre Erlaubnis zu fragen. Dann kommen Max Eltern, die  Weinhändlerin Eva (Ann-Kathrin Kramer) und der Zahnarzt Walter Hauser (Harald Krassnitzer)nach Rom. Walter pflegt seit längerem ein Verhältnis, wovon seine Gattin keine Ahnung hat. Auf der Gegenseite steht es mit dem Vermögen der blaublütigen Sippschaft nicht mehr zum Besten.

Schwiegereltern, die sich nicht mögen

Es gibt  also allerlei Probleme zu bewältigen. Zumal auch die Meinungen der Schwiegereltern-Paare übereinander nichts Gutes verheißen: Die Adeligen halten Max‘ Eltern für stillose Neureiche, während Walter sofort den Reparaturstau des alten Palazzo erkennt: Mehr Scheinen als Sein. Genügend Konfliktpotential also, um eine hübsche Komödie daraus zu stricken. Indessen: Schon die verwendete sanft plätschernde Musik lässt vermuten, dass hier Turbulenz und gepfefferte Gags nicht das Wichtigste sind. 

Schade, dabei hat dieser Film doch eigentlich so schön begonnen. Ein temperamentvoller Auftakt mit viel Bewegung, gut choreographiert. Mit Kulissen, die in ihrer morbiden Pracht auf eine nett gemachte Romanze einstimmen könnten, und einer bis jetzt unbekannten hübschen italienischen Schauspielerin namens Federica Sabatini: Eine zierliche Schönheit mit Charme,  von der man gerne bald mehr sehen würde. 

Lustlos zusammengestrickt

In diesem Film hat sie leider nicht viel mehr zu tun, als hübsch auszusehen. Nach seinem Auftakt biegt der Film nämlich ziemlich schnell wieder auf die Pfade eines konventionellen Liebesfilms ein und hakt dabei die Standardsituationen verschiedener Pilcher-Geschichten ziemlich lustlos ab. Zu den klischeehaften Charakteren – besonders Biancas Eltern – gesellen sich gestelzte Dialoge wie "Soll ich vielleicht eine Diplomatengattin werden, die nur im Schatten ihres Mannes steht?" 

Am Ende kommt deshalb kaum mehr als eine fade Schnulze dabei heraus. Aber immerhin sorgt die Kulisse Roms für eine Optik, die man so in einem ARD-Freitagsfilm nur selten zu sehen bekommt. Mit Federica Sabatini kommt da wenigstens eine ordentliche Portion Augenfutter zusammen.
 

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