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TV-Kritik: "Im Zauber der Wildnis": Das bedrohte Paradies

Von Der Yosemite-Nationalpark in Kalifornien fasziniert Millionen Besucher. Diese Doku macht deutlich, wie sehr sich Naturschützer für seine Schönheiten einsetzen.
Die Feuerwehr löscht hier nicht nur. Sie legt auch gezielt Brände im Yosemite-Nationalpark, um die Entwicklung der Natur zu steuern. Foto: Christian Bock, Catharina Kleber Die Feuerwehr löscht hier nicht nur. Sie legt auch gezielt Brände im Yosemite-Nationalpark, um die Entwicklung der Natur zu steuern.

Er ist neben dem Yellowstone der berühmteste Nationalpark der USA, wenn auch nicht der größte: Mit seinen rund 3081 Quadratkilometern schafft es der Yosemite-Nationalpark in Amerika höchstens knapp ins Mittelfeld. Dafür hat er schon durch seine Lage in der kalifornischen Sierra Nevada einen eindrucksvollen Reichtum an Tieren und Pflanzen zu bieten. Der Park erstreckt sich von 600 bis knapp 4000 Metern Höhe, womit er fünf verschiedenen Ökosystemen Raum bietet.

Die ZDF-Doku fängt manche der Schönheiten dieses Parks ein. Seit seinem Bestehen hat sich der Park mit seinen ausgedehnten Wäldern und bizarren Feldformationen zu einem Besuchermagnet entwickelt, der jedes Jahr Millionen an Erholungssuchenden anzieht. Für viele Bewohner der umliegenden US-Metropolen gehören regelmäßige Ausflüge in den Park am Wochenende zum Programm. Ein Prozess, der freilich auch seine Schattenseiten hat. Etwa ein Felssturz, der Menschenleben kostete.

Die schwierige Rolle als Wasserspeicher

Die Besuchermassen sind freilich nicht das einzige Problem. Die vielen Seen und Gewässer im Yosemite sind als Wasserspeicher zum Anzapfen stets im Visier großer Städte, worunter besonders der Mono Lake im Osten der Sierra Nevada zu leiden hatte. Über eine Strecke von 520 Kilometern leitete Los Angeles Wasser aus dem Einzugsgebiet des Sees ab, um die Wasserversorgung der Metropole sicherzustellen. Die Fläche des Sees schrumpfte dadurch bedenklich.

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Amerikanische Umweltschützer erreichten schließlich ein Gerichtsurteil, das die Wasserentnahme regulierte. Was das anhaltende Wasserproblem in Kalifornien aber natürlich noch längst nicht lösen kann. Rund die Hälfte der Früchte, Nüsse und Gemüse, die in Amerika auf den Tisch kommen, und 80 Prozent aller weltweit verzehrten Mandeln kommen aus Kalifornien. Aber diese Landwirtschaft ist ungeheuer wasserintensiv.

Ohne Idealismus geht es nicht

Der Film verdeutlicht vor allem die Probleme des Yosemite Nationalparks, die von den Schwierigkeiten in Kalifornien nicht zu trennen sind. Anhaltende Dürren und Wassermangel, Brandkatastrophen und Schädlingsbefall machen vor dem Park ebenso wenig halt wie die Übergriffe von Wilderern. "Im Zauber der Wildnis" fängt aber auch eindrucksvoll ein, wie sehr sich Naturschützer über alle Grenzen hinweg für den Erhalt des Parks eingesetzt haben.

Dabei kommen auch höchst ungewöhnliche Methoden zum Einsatz, wie das kontrollierte Abbrennen von Flächen, um neuen Pflanzenwuchs zu ermöglichen. Und auch Sträflinge erhalten die Chance, auf dem Weg zur Wiedereingliederung in die Gesellschaft im Park etwas Nützliches zu tun. Den Männern ist sogar ein gewisser Stolz auf ihren Einsatz anzumerken.

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