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TV-Kritik: "Im Zeichen des Taurus": Schwach bis ärgerlich

Von Klischeehaft und wenig durchdacht: Nach dem durchwachsenen ersten Teil geht die Fortsetzung richtig in die Knie.
Kommissar Mehmet Özakin (Erol Sander, li.) wurde bei einem Attentat verletzt. Seine Frau Sevim (Idil Üner) besucht ihn im Krankenhaus. Foto: ARD Degeto/Ziegler Film/Gülnur Kilic Kommissar Mehmet Özakin (Erol Sander, li.) wurde bei einem Attentat verletzt. Seine Frau Sevim (Idil Üner) besucht ihn im Krankenhaus.
Wie gut würde der zweite Teil von "Im Zeichen des Taurus" werden? Das hat man ja schon gesehen, dass ein zweiter Teil des ersten haushoch übertrifft, siehe die beiden "Tatort"-Folgen "Der große Schmerz" und den Nachfolger "Fegefeuer". Auch der erste Teil der "Mordkommission Istanbul"-Doppelfolge verlief eher gemächlich, versprach aber durch eine knallige Explosion am Ende doch viel für den zweiten Teil.
 
Natürlich hat Kommissar Mehmet Özakin (Erol Sander) den Sturz ins Wasser überlebt: Dank seines Kollegen Mustafa
Tombul (Oscar Ortega Sánchez) wacht er im Krankenhaus wieder auf. Nur leider lässt das Drehbuch ihm hier schon zum Supermann werden: Trotz einer Gehirnerschütterung zieht er sich ganz simpel die Infusion aus dem Leib und entlässt sich selbst aus dem Hospital. Solche Bestandteile einer Kriminalgeschichte gehören zu den blödsinnigsten und langweiligsten aller Klischees.

Schurke mit Ausstrahlung verschwindet zu früh

Hier ebenso, zumal sich aus der Verletzung keine neue Wendung ergibt. Özakin zeigt sich von der Verletzung gänzlich unbeeinflusst und bewegt sich dynamischer und federnder als zuvor durch die Szenerie, was die Geschichte nicht eben glaubwürdiger macht. Dazu kommen weitere Schwachpunkte. Während etwa der Geheimdienst unter Leitung von Oberst Tarkan (Anatole Taubman) umgehend islamische Extremisten für den Bombenanschlag auf das Touristencafé verantwortlich macht und Özakin bei seinen Nachforschungen auf Ungereimtheiten stößt, wird der Islamist Momo erschossen, der durch seinen charismatischen Darsteller Branko Tomovic eine recht komplexe Figur war.

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Momos Ausscheiden aus der Geschichte hat einen merklichen Spannungsabfall zur Folge. Die Handlung entwickelt sich im zweiten Teil zu einer wenig durchdachten Geschichte um einen Waffenschmuggel nach Syrien, in die Tarkan über eine Import-Export-Firma namens Taurus verstrickt ist. Özakin will Ibrahim (Johannes Klaußner), der in der Islamisten-Szene als V-Mann für Tarkan gearbeitet hat, und dessen Schwester Dilara (Alice Dwyer) in Sicherheit bringen, aber Tarkan und seine Leute sind ihm dabei dicht auf den Fersen.

Özakin als Supermann

Was aber Özakin nicht bremst, im Gegenteil: Nachdem er niedergeschlagen wird, neben der ermordeten Dilara wieder erwacht und verhaftet wird, flüchtet er unter reichlich unglaubhaften Umständen aus dem Polizeigewahrsam, wobei er ganz lässig noch einen Polizeioffizier als Geisel nimmt. Und darf sich am Ende noch in Italowestern-Manier mit Tarkan ein Pistolenduell liefern. Dass er sich dabei noch eine Kugel ins Bein einfängt, scheint ihn auch nicht zu beeinträchtigen: Kurz darauf ist er schon wieder ganz gut zu Fuß.

Es sind nicht nur die etlichen wenig durchdachten Details, die den zweiten Teil zum Ärgernis machen - warum kann die Polizei Tarkan nichts nachweisen und weshalb stellt sich Tarkan überhaupt zum Duell? - sondern auch die Ansammlung von an sich schon schwachen Klischees. Anatole Taubmann verkörpert den Fiesling zwar mit angemessener Schleimigkeit, kann die Geschichte aber ebenso wenig retten wie die faszinierenden Landschaften im Osten Anatoliens. Für weitere Folgen von "Mordkommission Istanbul bleibt immerhin interessant, wie es mit Özakins Ehe weitergeht.
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