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TV-Kritik: "In Treu und Glauben": Sexkomödie ohne Lust

Von Wilsbergs neuester Fall will eine Kriminalgeschichte mit kräftiger Dosis an Frivolität sein. Wie das Resultat ausfällt.
Georg Wilsberg (Leonard Lansink) als angeblicher Patient im Therapiezimmer der Sexualtherapeutin Dr. Sabine Morgenstern (Heike Trinker). Foto: ZDF/Thomas Kost Georg Wilsberg (Leonard Lansink) als angeblicher Patient im Therapiezimmer der Sexualtherapeutin Dr. Sabine Morgenstern (Heike Trinker).

Es ist kein allzu gutes Zeichen, wenn in einem Film eine Figur sich betrinkt und später übergeben muss. Eine Szene dieser Art war noch nie lustig und wirkt nach der zigsten Wiederholung nur noch restlos abgegriffen. Auch in diesem "Wilsberg"-Film kommt sie leider vor. Betroffen ist diesmal Overbeck (Roland Jankowsky), der übereifrige Fahnder und Assistent von Hauptkommissarin Anna Springer (Rita Russek). Er hat für Ekki Talkötter (Oliver Korittke), Wilsbergs alten Freund, einen Junggesellenabschied organisiert – der will nämlich heiraten.

 

Georg Wilsberg (Leonard Lansink) ist wenig begeistert davon. Er erklärt sich dennoch bereit, Ekkis Trauzeuge zu sein. Doch zu der Hochzeit soll es nicht kommen: Pfarrer Albers (Markus Knüfken) stirbt an vergiftetem Wein in seinem Pfarrhaus. War Rosemarie Dettmer (Steffi Kühnert) die Täterin? Sie war in den Pfarrer verliebt, legte sich sogar mit Reizwäsche bekleidet in sein Bett und hatte auch zuvor schon einen Pfarrer gestalkt. Albers hatte sich deswegen sogar an Wilsberg gewandt, um seine Verehrerin diskret wieder loszuwerden.

Sextherapeutin mit Verhältnis

 

Mit einer Stalkerin muss sich aber auch Ekki auseinandersetzen: Seine einstige Flamme Silke Sestendrup (Nadja Becker) will mit allen Mitteln die Hochzeit verhindern. Eine Spur führt währenddessen Wilsberg zur Dr. Sabine Morgenstern, einer Sexualtherapeutin, die nebenher ein Verhältnis pflegt mit Manfred Buckebrede (Uwe Preuss), Ekkis Schwiegervater in Spe und Bauunternehmer. Der tritt sonst reichlich großspurig auf, macht aus seiner gönnerhaften Verachtung für Ekki keinen Hehl und will ihm und seiner Tochter Kerstin (Isabell Polak) eine teure Wohnung zur Hochzeit schenken.

 

Doch da gibt es auch eine Geschichte um den Bau eines Heimes, in die Sabine Morgenstern ebenso verstrickt sein könnte wie der sexsüchtige Dekan van der Vorst (Waldemar Kobus) und Kerstins Mutter Rosemarie (Steffi Kühnert). Die Auflösung des Falles kommt ziemlich holprig rüber, aber das ist nicht das einzige Problem des Films. Die Kriminalgeschichte an sich ist gar nicht mal übel, und auch Ekkis Heiratspläne hätte in Sachen Komik sicher noch einiges in petto gehabt. Aber dem Drehbuch gelingt es nicht, echten Witz aus diesen Anlagen zu entwickeln.

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Kein Feuer zwischen dem Paar

 

Und Krimi-Spannung schon gar nicht. Es fehlt an entsprechenden Situationen, der Film schleppt sich merkwürdig zäh und ohne rechte Lust inszeniert von Dialog zu Dialog, wobei nur selten mal ein Funke überspringt. Zwischen Ekki und seiner Braut gibt es nicht mal eine Spur von Feuer, was die Heiratspläne nicht sonderlich glaubwürdig wirken lässt. Ein wenig mehr Wert hätte die Geschichte auch auf scheinbar nebensächliche Details legen können. Warum ziehen die Figuren keine Handschuhe an, wenn sie in fremden Wohnungen herumschnüffeln?

 

Oder warum reißt Wilsberg eine Seite aus dem Terminbuch der Sextherapeutin heraus und fotografiert sie nicht ab? Als Privatdetektiv müsste er da lässig geübt sein. Ganz passabel: die Pfarrer-Sex-Geschichte. Dass Waldemar Kobus, sonst durch seinen wallenden Bud-Spencer-Bart ein besonders markanter Nebendarsteller, hier glatt rasiert auftritt, bietet auch optisch eine Abwechslung. Seine Rolle gerät aber zu klein, als dass er seine Figur besonders profilieren könnte.

 

Pluspunkt: Heike Trinker

 

Auch dass das Motiv einer aus Liebe regelrecht amoklaufenden Frau mit Rosemarie Dettmer und Silke Sestendrup gleich doppelt auftaucht, spricht nicht eben für eine besonders einfallsreiche Geschichte. Einen bleibenden Eindruck hinterlässt dagegen Heike Trinker als heißblütige Sextherapeutin. Sie macht neben der Stammbesetzung den Film trotz Schwächen noch halbwegs sehenswert.

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