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Harter Brocken: Ist "Der Bankraub" so gut wie sein Vorgänger?

Von Im dritten "Harter Brocken"-Krimi bekommt es Polizist Frank Koops mit der attraktiven Gegnerin aus seinem ersten Film zu tun. An seinen Vorgänger kommt er dabei aber nicht heran.
Der Bankraub: Mette (Anna Fischer) wird von Björn (Jan Krauter) entführt. Foto: ARD Degeto/Kai Schulz Der Bankraub: Mette (Anna Fischer) wird von Björn (Jan Krauter) entführt.

Dritter Auftritt für Frank Koops (Aljoscha Stadelmann), den auf den ersten Blick so bärenhaft erscheinenden und darum leicht zu unterschätzenden Dorfpolizisten aus dem Harz. Neben erneuten Auftritten von Franks bestem Freund Heiner (Moritz Führmann) und der hübschen Polizei-Kollegin Mette Vogt (Anna Fischer) gibt es ein Wiedersehen mit der hinterhältigen und hochkriminellen Simone Schmidt (Julia Koschitz), die Koops schon in seinem ersten Fall „Harter Brocken“ das Leben schwer machte.

Eben jene Simone Schmidt wurde gerade aus dem Gefängnis entlassen und plant mit ihren Komplizen Hagen (Michael Rotschopf) und Björn (Jan Krauter) schon den nächsten Coup. Und der geht so: Mette wird entführt und von Björn in einem Ferienhaus gefangen gehalten. Simone und Hagen wollen das perfekte Verbrechen durchführen, was nur mit Koops‘ Hilfe gelingen würde.

Die Kronzeugin als Maßstab

Einen genauen Plan haben sie nicht, aber Mette, um damit Frank Koops zu erpressen: Der soll schnellstens etwas ausknobeln, um die ortsansässige Bankfiliale auszuräumen. Der dritte Koops-Film weckt große Erwartungen, zeigte sich doch der Vorgänger "Die Kronzeugin" als echtes Glanzstück im ARD-Krimi-Sortiment. Ein harter Gangsterfilm, in dem sich eine clevere Wendung an die nächste reihte und der sich problemlos mit den besten aller "Tatort"-Krimis messen konnte.

Allerdings gelingt es "Der Bankraub" nicht einmal annähernd, dieses Niveau zu halten. Das Problem beginnt schon mit Simone Schmidt. Julia Koschitz passt zwar im Prinzip wieder hervorragend in die Rolle der durchtriebenen und manipulativen Drahtzieherin. Und wie hinterhältig sie ist, wird schon in der Szene mit ihrer lesbischen Mitgefangenen deutlich. Allerdings würde sich hier auch eine reizvolle Ambivalenz für Simone Schmidt ergeben, und das Drehbuch lässt diese Möglichkeit ungenutzt.

Mangel an Glaubwürdigkeit

Auch agiert Simone Schmidt im weiteren Handlungsverlauf immer unglaubwürdiger: Sie lässt sich etwa auf Sex mit Frank Koops ein und beobachtet den Polizisten nicht durchgehend, so dass Koops sogar die Möglichkeit hat, Nachrichten zu verfassen und unbemerkt zu hinterlassen. Oder sie erzählt Hagen, dass sie und Koops sich geliebt hätten, ohne dass je klar wird, welchen Sinn es macht, eine ohnehin geladene Situation noch weiter anzuheizen.

Viele Momente in diesem Film erscheinen ähnlich zusammenhanglos. So bringt der verpeilte Björn die entführte Mette im falschen Haus unter, weil er die Hausnummern 6 und 9 verwechselt. Im Prinzip ein sehr schöner Einfall, den der Krimi aber nicht wirklich nutzt. So ermordet Björn eine Frau, die das Haus gemietet hat, nur um sie zum Schweigen zu bringen. Deshalb kommt die erste Leiche des Films nur durch einen Zufall in die Handlung.

Den Zufall strapaziert die Geschichte auch sonst nicht wenig. Dennoch plätschert die Geschichte immer wieder eher müde vor sich hin. Die Schauspieler machen dann einiges wieder wett. Neben Koschitz und Stadelmann kann sich besonders Anna Fischer als Entführungsopfer nach vorne spielen. Auch der Humor funktioniert nicht schlecht. Wer aber einen knallharten Tempo-Krimi wie "Die Kronzeugin" erwartet hat, dürfte den dritten Krimi um Frank Koops als Enttäuschung erleben.

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