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TV-Kritik: Jack Nicholson: Weltstar und Pop-Ikone

Von Mittlerweile 80-jährig, hat der Schauspieler nichts von seiner schillernden Wirkung eingebüßt. Diese Dokumentation widmet sich seinem Leben und seiner Karriere
Jack Nicholson Foto: imago Jack Nicholson
Eine solche Laufbahn haben in Hollywood nur wenige hinbekommen. Zwölfmal wurde Jack Nicholson für den Oscar nominiert, dreimal hat er die begehrte Trophäe in den Händen gehalten. Er hat mit den berühmtesten Regisseuren seiner Zeit zusammengearbeitet – darunter Stanley Kubrick, Roman Polanski oder John Huston. Er kam von ziemlich weit unten und hat es bis an die Spitze Hollywoods geschafft – das Paradebeispiel für den amerikanischen Traum also.
 
Dabei hat er immer wieder in seinen Rollen auch die Schattenseiten Amerikas gesucht und verkörpert. Den Säufer in "Easy Rider", den Detektiv, der in einen Sumpf an Korruption und Inzest gerät in "Chinatown", den Mafiakiller in "Die Ehre der Prizzis". Hier merkt man immer wieder seine persönliche Lebensgeschichte wie auch den den Hintergrund des amerikanischen B-Films der 60er Jahre an, eine filmische Subkultur, die vor allem eine weitere Hollywood-Legende repräsentiert: Regisseur und Produzent Roger Corman.

Roger Corman und die ersten Schritte

Corman hat Nicholson, der sich seit Beginn seiner Karriere auch oft an Drehbuch und Regie beteiligte, nicht nur als Schauspieler engagiert und ihm einige kultverdächtige Auftritte verschafft – darunter einen besonders berühmten als masochistischer Zahnarzt-Patient in "Kleiner Laden voller Schrecken" von 1963 – sondern ihn auch erste Gehversuche hinter der Kamera ermöglicht. Mit Corman verbindet Nicholson bis heute eine tiefe Freundschaft.
 
 
In einem Interview wird der Star regelrecht sentimental, wenn er erzählt, wie wichtig Corman für seine Karriere war. Corman kommt auch selbst zu Wort, und allein das schon macht diese Dokumentation über Nicholson so sehenswert. Seine bizarre Familiengeschichte  – Nicholson hielt seine leibliche Mutter bis lange nach ihrem Tod für seine ältere Schwester – verschweigt die Dokumentation dabei ebenso wenig wie Nicholsons turbulentes Privatleben mit wilden Partys, Frauen und Drogen.

Mehr als nur das berühmte Grinsen

Nicholson hat stets ausgekostet, was Hollywood zu bieten hatte. Daneben aber hat er vor allem ein erstaunliches Gespür bei der Auswahl seiner Rollen bewiesen. Die funkelnden Bösewichte bis hin zum Batman-Gegenspieler Joker" sind zwar sein Markenzeichen geworden, aber auch in einer völlig anderen Rolle konnte Nicholson Publikum und Kritiker gleichermaßen überzeugen: als depressiver und verwahrlosender Rentner in "About Schmidt".
 
Der Film über Jack Nicholson erinnert an viele große Momente in Nicholsons Leben mit Kommentaren von so hochklassigen Filmpartnern wie Kathleen Turner ("Die Ehre der Prizzis"). Am 22. April dieses Jahres feierte Nicholson seinen 80. Geburtstag. Den Machern der Dokumentation gelang eine tiefgründige Hommage, die nicht nur Filmbegeisterte faszinieren dürfte.
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