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TV-Kritik: "Jagd in Kapstadt": Irritierend schlecht

Von Der zweite Teil von "Tödliche Geheimnisse" fängt stark an – und fällt anschließend ins Bodenlose.
Lilian Norgrens Auftragskillerin Layla (Kim Engelbrecht) nimmt in Kapstadt ihr potentielles Opfer Rommy ins Visier. Bild: ARD Degeto/Wiedemann & Berg/Anika Molnár Foto: (ARD Degeto/Programmplanung und P) Lilian Norgrens Auftragskillerin Layla (Kim Engelbrecht) nimmt in Kapstadt ihr potentielles Opfer Rommy ins Visier. Bild: ARD Degeto/Wiedemann & Berg/Anika Molnár
So kann ein Film, ein Krimi allzumal, auch beginnen: Die Journalistin Rommy Kirchhoff (Nina Kunzendorf) trifft im südafrikanischen Kapstadt einen Mann, den sie für einen Informanten hält.  Währenddessen schraubt eine Frau auf einer höher gelegenen Terrasse ein Präzisionsgewehr zusammen. Als Kirchhoff ihrem vermeintlichen Informanten gegenübersitzt, gibt der ihr zu verstehen, dass sie sterben wird, sobald er das Glas auf dem Tisch berührt.

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Es geht wie schon im ersten Teil von "Tödliche Geheimnisse" darum, dass Kirchhoff zusammen mit ihrer Ex-Partnerin Karin Berger (Anke Engelke) die Machenschaften der superreichen Lilian Norgren (Katja Riemann) und ihres Agrarkonzerns Agrarkonzern Norgreen Life aufdecken will. Norgreen Life hat in Afrika manipuliertes Saatgut und ein hochgradig Krebs erregendes Pflanzenschutzmittel unter die Leute gebracht, um die Auswirkungen zu testen.

Ehrenwertes Anliegen schlecht umgesetzt

Doch jetzt hat der ehemalige Charité-Professor Schwarz (Benjamin Sadler)ein Medikament entwickelt, das den Krebs wirksam bekämpft. Womit sich wohlhabende Geldgeber für ihn interessieren, und natürlich auch Lilian Norgren. Es geht also wieder um Kritik am globalen Kapitalismus und an den Machenschaften der Konzerne. Es fällt sogar gleich zu Beginn im Rückblick der Begriff "Diktatur der Konzerne". Der Film vertritt also Positionen, die höchst ehrenwert sind.
 
Nur der Film selbst ist es nicht. Es zeigt sich wie so oft in Filmen mit einem wichtigen Anliegen: Filmisch ist sowas höchst schwierig umzusetzen, und "Jagd in Kapstadt" macht dazu noch fast alles falsch. Durch die vielfältigen Verwicklungen – darunter der bizarren Hassliebe zwischen Lilian Norgren und Paul Holthaus (Oliver Masucci), dem Erzeuger ihres ungeborenen Kindes, den sie in einer Villa gefangen hält - ergibt sich etwa ein hoher Erklärbedarf, der sich in schier endlosen Dialogszenen niederschlägt. Nur leider wirkt dergleichen ganz und gar nicht spannend.

Lahm und konfus erzählt

Vor allem nicht, wenn das Drehbuch zwar viele Themen anschneidet, sie aber überwiegend verbal vermittelt und sie nicht in die Filmhandlung einbindet. Besonderes zu Beginn, aber auch im Handlungsverlauf immer wieder irritiert der zweite Teil von "Tödliche Geheimnisse" außerdem durch etliche Szenen, die eigentlich gar keine Bedeutung haben – etwa Kirchhoff beim Kauf von Lebensmitteln und anschließendem Kochen. Ein klares Anzeichen für Füllmaterial und ein zu dünnes Drehbuch.
 
Die Erzählweise zeigt sich kaum pointiert – wie übrigens auch die Dialoge - und äußerst sprunghaft. Die exotischen Schauplätze und die häufig auf Englisch mit Untertiteln kommunizierenden Protagonisten sollen dafür wohl das Flair eines internationalen Thrillers verbreiten. Aber nur Armin Golisanos Kamera und die sehr gute Musik von Fabian Römer funktionieren dabei wirklich.
 
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