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TV-Kritik: "Kalter Rauch": Zorn zum Fünften

Seine eher rudimentäre Handlung fängt der Krimi durch gelungene Figuren und vor allem eine tolle Kamera auf.
Claudius Zorn (Stephan Luca) versucht vergeblich, von Gregor Zettel (Devid Striesow) sinnvolle Informationen zu bekommen. Foto: (MDR/HA Kommunikation) Claudius Zorn (Stephan Luca) versucht vergeblich, von Gregor Zettel (Devid Striesow) sinnvolle Informationen zu bekommen.
Am Anfang regnet es Fische, und Kommissar Claudius Zorn (Stephan Luca) rempelt mit einem offensichtlich geistig verwirrten Mann zusammen. Einige Zeit später ist der Mann tot, es handelte sich um einen Elefantenpfleger mit einer ordentlichen Dosis Crystal Meth im Blut. In der Zwischenzeit sind Zorn und sein Chef Schröder (Axel Ranisch) schon einem künstlichen Hüftgelenk auf der Spur. Oder besser der Frau, der das Hüftgelenk eingesetzt wurde.

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Moment mal – Chef? Genau, Zorns  immer so dienstbeflissener Assistent Schröder ist jetzt Zorns Chef. Und macht so das, was Chefs bei der Polizei halt so machen: Ergebnisse der Spurensicherung abfragen, seinem Untergebenen die Akten hinlegen, dessen schwangere Freundin Malina (Katharina Nesytowa) zur Schwangerschaftsgymnastik begleiten und sich bei Einsätzen für verbale Fehltritte ihres Untergebenen entschuldigen.

Der Assi von früher ist jetzt der Boss

Die Rollenumkehr zwischen Zorn und Schröder gehört zu den vielen durchaus lustigen Einfällen, mit denen der mittlerweile fünfte Krimi nach den Vorlagen von Autor Stephan Luca um den notorisch faulen und lustlosen Kommissar seine Zuschauer bei der Stange zu halten weiß. Der anfängliche Fischregen schlägt sogar einen Bogen zum ersten Film der Reihe, in dem noch Mišel Maticevic den Fahnder verkörperte: Dessen Titel lautete nämlich "Tod und Regen".
 
Gestorben wurde in den Zorn-Krimis reichlich, und auch der Abschluss der Reihe bildet keine Ausnahme. Präsentiert wird das alles mit einem Hauch von schwarzem Humor, der sich hier mit einer intensiven Stimmung Melancholie zeigt. Zu den Figuren der Handlung gehört Gregor Zettel (Devid Striesow), ehemals ein Star am Musikhimmel, der aber nach kurzer Zeit wieder verglühte. Jetzt dämmert er in seiner Villa vor sich hin, stammelt weitgehend sinnloses Zeug und träumt von Menschen und einer Welten, die nicht mehr existieren.

Einprägsame Gastrollen

Und wie man das von Striesow eben so kennt, gestaltet er seine Rolle wieder als famoses schauspielerisches Kabinettstückchen. Auch Sylvester Groth passt bestens in seine Rolle. Die Figurenzeichnung und die sehr sorgfältige Machart machen "Kalter Rauch" zu einem der stärkeren Beiträge der insgesamt ziemlich durchwachsenen Reihe. Besonders Ralf Noack hinter der Kamera leistet schon beinah Phänomenales.
 
Was man von der Handlung nicht wirklich behaupten kann. Die sucht sich eher unentschlossen ihren Weg zwischen gelungenen Gags, Zorns privaten Problemen und ihrem gemütlich dahintrottenden Plot. Fans der Musik aus den wilden 80ern, dieser unvergessenen Dekade zwischen Lebenslust und Atomkriegsangst, dürften dennoch zufrieden damit sein.
 
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