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TV-Kritik: "Kein Entrinnen": Gepflegt mörderisch

Von Keine Lust auf Karneval? Dann könnte die neue Staffel von "Der Alte" genau das Richtige sein. Der Auftakt überzeugt.
Die Spur führt Kriminalhauptkommissar Voss (Jan-Gregor Kremp, l.) und seine Kollegen Annabell Lorenz (Stephanie Stumph, l.) und Tom Kupfer (Ludwig Blochberger, M.) auf einen Bauernhof. Dort suchte die Tote ihr Glück in einer Gruppe von Esoterikern. Foto: Jacqueline Krause-Burberg Die Spur führt Kriminalhauptkommissar Voss (Jan-Gregor Kremp, l.) und seine Kollegen Annabell Lorenz (Stephanie Stumph, l.) und Tom Kupfer (Ludwig Blochberger, M.) auf einen Bauernhof. Dort suchte die Tote ihr Glück in einer Gruppe von Esoterikern.
Übergang, große Erlösung – es sind seltsame Floskeln, die der Guru Christoph Berlach (Dominic Raacke) für den Tod der Radioredakteurin Sylvia gebraucht. Die Frau, die sich von ihrem Ex-Mann Achim Voigt (Robert Schupp) getrennt hatte und erdrosselt aufgefunden wurde, lebte als Mitglied von Berlachs Kommune auf einem Bauernhof, wo Berlach eine Kommune mit spirituellem Hintergrund aufgezogen hatte.

Hier geht es zu der ganzen Folge
 
Willkommen zu der neuen Staffel von "Der Alte". Bald feiert die Serie ihren 40. Geburtstag: Am Ostermontag des Jahres 1977 ging der Dauerbrenner mit "Die Dienstreise" erstmals auf Sendung und stellt somit das älteste Krimi-Format im ZDF und nach "Tatort" auch im deutschen Fernsehen dar. Dass das ZDF den Auftakt als Konkurrenz zum Karneval-Schlager und Quotengiganten "Mainz bleibt Mainz" in der ARD laufen lässt, spricht für das Selbstbewusstsein des Mainzer Senders.

Gediegene Schauplätze

 Aber natürlich gibt es dafür auch gute Gründe: Schließlich entspannen viele Zuschauer auch am Fasching am liebsten bei einem gepflegten Mord und anderen Verbrechen, Humbahumba hin, Tätärä her. Und geradezu mörderisch gepflegt geht es schon zu, wenn Kommissar Richard Voss (Jan Gregor Kemp) in der Isarmetropole die Arbeit aufnimmt. Was das Milieu betrifft, in dem er seine Ermittlungen durchführt, könnte er fast Derricks Bruder sein. Den zog es bekanntlich bevorzugt in die edlen Villenvororte Münchens.
 
So auch Richard Voss: Zu den Befragten gehört etwa Lore Kuhn (Daniela Ziegler), die Mutter des Opfers, eine gefeierte Konzertpianistin. Und ihr Ex-Mann arbeitet als Geschäftsführer. Eine gediegene Umgebung mit gedämpften Farben bestimmt die Atmosphäre des Films, die sich auch auf das Erzähltempo auswirkt. Im Vergleich zu anderen Freitagskrimis wie "Der Staatsanwalt" oder "Die Chefin" hält sich "Der Alte" mit Actionszenen zurück. Auch gibt es vergleichsweise nur wenige Außenaufnahmen.

Bestens besetzte TV-Gesichter

Wobei aber wenigstens Schnee an einem Bauernhof noch für etwas winterliche Behaglichkeit vor dem Fernseher sorgt.  München-Fans hätten bestimmt in Zukunft gerne etwas mehr Lokalkolorit. Aber dafür gibt es ja noch "Die Chefin". Und trotz des zurückhaltenden Tempos wird "Kein Entrinnen" niemals langweilig. Dafür sorgen schon so markante und hier bestens besetzte Schauspieler wie Raacke und Ziegler.
 
Die Geschichte erweist sich als schlüssig und mit einem gut bemessenen Schuss an Tragik, ohne dabei die sentimentalen Hintergründe zu stark zu betonen. Abgeschmeckt wird das Geschehen durch die effektive Filmmusik und etwas Humor am Rande. Jan-Gregor Kemp strahlt dazu für seine Mitarbeiter jene bärtig-bärenhafte Väterlichkeit aus, den die ARD mit dem Schauspieler Felix Vörtler als Kriminalrat Uwe Lemp im "Polizeiruf 110", Team Magdeburg, ebenfalls abdeckt. Kemp ist ja bereits der vierte Schauspieler in der Rolle des Alten, und er wird sicher nicht der letzte sein.
 
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