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TV-Kritik: "Kinder, Kinder": Mit Humor und Tiefsinn

Von Die neue Episode aus "Hotel Heidelberg" kommt deutlich witziger als die Vorgänger-Filme. Besonders die Dialoge bereiten großes Vergnügen.
Annette Kramer (Annette Frier) mit Mann Ingolf Muthesius (Christoph Maria Herbst). Bild: ARD Degeto/Kai Schulz Foto: (ARD Degeto/Programmplanung und P) Annette Kramer (Annette Frier) mit Mann Ingolf Muthesius (Christoph Maria Herbst). Bild: ARD Degeto/Kai Schulz

Der Titel deutet es schon an: Im dritten Teil dreht sich viel um den Nachwuchs. Schon am Anfang, wenn Annette Kramer (Annette Frier) ihren trägen und entschlusslosen Filius zum Sport chauffiert  und noch mehr im Anschluss daran, als sie mit Ehemann Ingolf (Christoph Maria Herbst) behaglich ein kleines Picknick genießt. Da eröffnet ihr nämlich Ingolf überraschend, dass er sich ein Kind von ihr wünscht. Keine leichte Sache natürlich bei einer Frau von über 40.

Und bei weitem nicht das einzige Problem, mit dem der quirlige Hotelbetrieb in der mittlerweile vierten Episode zu kämpfen hat. Die attraktive Tilda Brenninger (Annika Kuhl), die angeblich für eine Nostalgie-Tour im Hotel absteigt, entpuppt sich bald als wahrer Satansbraten: Sie war für Ingolf einst mehr als nur eine Studienkollegin. Und sie möchte genau da weitermachen, wo Ingolf die Beziehung lange zuvor beendete.

Heidelberg als schöne Kulisse

Nachdem sich zudem mit Tante Ingrid eine überaus geldgierige Tante eingefunden hat, steht auch Mutter Hermine (Hannelore Hoger), die Hotelgründerin, mit Mann Richard (André Jung) vor der Tür. Gar keine leichte Sache für Drehbuch und Regie, bei dieser Fülle von Handlungssträngen alle zu ihrem Recht kommen zu lassen. Zumal ja auch immer wieder das schöne Heidelberg als Kulisse im Bild sein muss.

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Allerdings sieht man sich die Universitätsstadt am Neckar halt auch immer wieder gerne an,  genau wie die bretonische Küstenlandschaft im "Kommissar Dupin"-Krimi am Tag zuvor. Und dafür, dass man das diesmal deutlich mehr genießt als im drögen dritten Teil "Tag für Tag", hat Drehbuchautor Martin Rauhaus mit viel Humor gesorgt. Die Dialoge entfachen zeitweise richtige kleine Feuerwerke an Pointen.

Unterhaltsam dank witziger Dialoge

So etwa, wenn Ingolf im Ehebett die Lebensläufe von berühmten Adoptivkindern wie Moses oder Marylin Monroe recherchiert und kommentiert. Der funkelnde Wortwitz funktioniert besonders in der ersten Hälfte, während die Geschichte anschließend zunehmend melodramatische Züge bekommt. Auch durch den Waisenjungen Ole (Nico Kleemann), den Ingold betreut und zu dem er im nächsten Film ein väterliches Verhältnis aufbauen darf.

Die teilweise recht simplen Auflösungen – die böse Tante Ingrid etwa ist eigentlich gar nicht so böse, sondern sehnt sich nur nach familiärer Zuneigung – wollen im Prinzip nicht wirklich zu der Art passen, wie das Drehbuch in der ersten Hälfte die Spannung aufbaut: Schön raffiniert etwa zögert die Geschichte die Aufklärung darüber hinaus, was genau zwischen Ingolf und Tilda Brenninger vorgefallen ist.

Die Schauspiele fühlen sich in ihren Rollen aber sichtlich wohl und Annette Frier kann ihr Komödientalent schön zur Entfaltung bringen. Christoph Maria Herbst gibt als frustrierter Möchtegern-Vater der Geschichte nicht nur einen guten Kontrast zu Frier ab, sondern der Geschichte dank des an manchen Stellen sehr tiefsinnigen Drehbuchs auch erstaunlich nachdenkliche Momente. Grund genug also, nächsten Freitag wieder einzuschalten.

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