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TV-Kritik: "Königliche Dynastien - Die Glücksburger": Riesenskandal mit totem Herrscher

Von Unter welchen Umständen starb der dänische König damals wirklich? Die Glücksburger blieben in ihrer wechselvollen Geschichte auch von einer handfesten Affäre nicht verschont.
Blick auf das Residenzschloss in Glücksburg Foto: imago Blick auf das Residenzschloss in Glücksburg
Was für ein Aufstieg: Von einer kleinen unbedeutenden lokalen Adelsdynastie bis auf Augenhöhe mit Queen Victoria und dem Zaren von Russland. Wobei der Familiensitz schon dazu gepasst hätte. Schloss Glücksburg zählt mit seinen weißen Mauern und durch seine Lage zu den schönsten und eindrucksvollsten Schlössern der Renaissance in Norddeutschland. Hinter den Mauern sah es im 19. Jahrhundert allerdings schon weniger glanzvoll aus.
 
Die Familie Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg besaß nur wenig Land und musste stets improvisieren, um zumindest nach außen den Schein adeliger Lebensverhältnisse aufrecht zu erhalten. Einladungen auf andere Adelssitze waren darum eher gefürchtet als beliebt. Mit dem Tod von Herzog Wilhelm im Jahr 1831 änderte sich das: Der dänische König Friedrich VII holte Prinz Christian, den Sohn des verstorbenen Herzogs und sein Lieblingsneffe, an den dänischen Hof.

Der König galt als Verräter

Nach dem Tod Friedrichs VII im Jahr 1863 bestieg Prinz Christian als König Christian IX den dänischen Thron. Ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt für einen Deutschen: Im Folgejahr kam es zwischen Dänemark einerseits und Preußen sowie Österreich andererseits zum Deutsch-Dänischen Krieg um das Herzogtum Schleswig. Die Niederlage geriet für viele Dänen über Jahre hinweg zum nationalen Trauma, und nicht wenige Dänen sahen Christian IX als Verräter an.
 
Dennoch schaffte es Christian IX, seine Kinder in den Herrscherhäusern Europas und die russische Zarenfamilie glänzend zu verheiraten. Er galt als "Schwiegervater Europas", zumal auch im Jahr 1905 sein Enkel Prinz Carl im Einverständnis mit der norwegischen Bevölkerung  und unter dem norwegischen Namen Haakon VII den Thron von Norwegen bestieg. Damit etablierte er die Glücksburger auch erfolgreich als Königsfamilie von Norwegen.

Der Skandal von 1912

Christian IX starb 1906 und machte den Weg frei für seinen Sohn Friedrich XIII. Sein Tod im Jahr 1912 in Hamburg sorgte für einen handfesten Skandal: Es gab Spekulationen, nach denen er in einem Hamburger Edelbordell gestorben sein soll. Die näheren Umstände liegen bis heute im Dunkeln. Die  Dokumentation über die Familie auf zwei Königsthronen spart auch diesen peinlichen Moment für die Glücksburger nicht aus.
 
Fans von Königs- und Adelshäusern kommen auch im letzten Teil der Reihe "Königliche Dynastien"  wieder auf ihre Kosten. Es fehlt nicht an Aufnahmen aus den königlichen Palästen oder Interviews mit engen Freunden. In vielen Punkten bleibt die Neugier natürlich ungestillt. Der Rücktritt von Prinz Henrik, Ehemann der dänischen Königin Margrethe II., wirft etwa die Frage auf, in welchem Ausmaß sich die einzelnen Mitglieder der Königsfamilien denn nun wirklich mit ihrem historischen Erbe identifizieren.
 
In dieser Beziehung sind die Dänen natürlich kein Einzelfall. Nicht jeder hat die Kraft und den Willen eines Prinz Philip, der sich erst kurz vor seinem 96. Geburtstag in den Ruhestand verabschiedete.



 
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