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TV-Kritik: "Krabbenkrieg": Zähes Beziehungswirrwarr

Von Der Vorgänger "Irrfeuer" aus der ZDF-Krimireihe "Friesland" war ein Volltreffer. Ganz mithalten kann die neue Folge leider nicht.
Süher Özlügül (Sophie Dal) und Jens Jensen (Florian Lukas) stoßen bei der Spedition Heulinger Meeresfrucht auf die Leiche des Geschäftsführers Klaus Heulinger. Foto: ZDF/Martin Valentin Menke Süher Özlügül (Sophie Dal) und Jens Jensen (Florian Lukas) stoßen bei der Spedition Heulinger Meeresfrucht auf die Leiche des Geschäftsführers Klaus Heulinger.
Beinahe wäre es tödlich ausgegangen für den Polizisten Jens Jensen (Florian Lukas) in der Apotheke von Insa Scherzinger (Theresa Underberg): Der Einbrecher, den er dort auf frischer Tat störte, war Arne Terjehusen (Bodo Haack) – ein verurteilter Totschläger, der ihm Rache geschworen hat. Schon blitzt das Messer seiner Hand, da erscheint im letzten Moment seine Kollegin Süher Özlügül (Sophie Dal) und erschießt Terjehusen. Womit sie sich erstmal ein handfestes Trauma einhandelt.

"Irrfeuer" hieß der letzte Film aus der vor knapp drei Jahren gestarteten Krimireihe "Friesland" im ZDF. Und der legte die Latte ziemlich hoch, nicht nur innerhalb der Reihe: Besonders die emotionalen Zwischentöne durch eine Verstrickung Jensens zu einer Verdächtigen gaben der Geschichte einen hohen Spannungsfaktor. An Verstrickungen fehlt es auch in "Krabbenkrieg" nicht. Als Terjehusen  und Jensen eine Spur auf dem Handy des Toten verfolgen, stoßen sie in der Heulinger Meeresfrucht-Spedition auf ein weiteres Verbrechen: Der Firmenchef liegt tot in einem Tiefkühl-Container.

Wer hat nochmal mit wem?

Wurde er von Terjehusen ermordet? An Verdächtigen für diese Tat mangelt es allerdings auch sonst nicht. Da sind Fischer, deren Ware er zu Mini-Preisen aufgekauft hat und die er gegeneinander ausgespielt hat. Da ist seine Frau Jessica Heulinger (Friederike Linke), gut ein Vierteljahrhundert jünger und auch noch die Tochter eines Fischers, der keinen Grund hatte, Heulinger zu mögen. Und was die Situation noch heikler macht: Jessica Heulinger hat ein Verhältnis zu Bestatter Wolfgang Habedank (Holger Stockhaus), dem alteingesessenen Vermieter von Jan Brockhorst (Felix Vörtler).

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Eine Situation also, in die irgendwie jeder mit drinhängt. Wer da mit wem gerade noch im Bett war oder eine Rechnung offen hat, führt zu einiger Verwirrung – und auch zu einigen zähen Stellen im Plot. Der sehr hohe Anteil an Dialog erfordert einige Konzentration und richtig mitreißen will das auch nicht: Oft geht es in den ausgedehnten Dialogen über Abwesende, die man nicht in Aktion erlebt oder auch einmal um einen längst vergangenen bösen Streich.

Am besten: Der Showdown in der Apotheke

Die interessanteste Figur in diesem Beziehungswirrwarr ist Jessica Heulinger, die einerseits aus Berechnung einen ihrem Vater verhassten und weit älteren Mann geheiratet hat. Aber sie wollte dadurch eben auch der drückenden Enge daheim entkommen, was sie zu einer spannenden Figur gemacht hätte. Der Film gibt dieser von Frederike Linke überzeugend verkörperten Figur aber nicht den nötigen Raum. Besser gelungen: das Zusammentreffen von Terjehusen und Özlügül in der Apotheke, was am Ende eine tolle Variation erfährt und der Geschichte einen zumindest einen befriedigenden Abschluss verleiht.
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