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"Kreuzfeuer": Besser als "Tatort"

Von Dieser Krimi lohnt sich auch zum Vergleich: Er hat alles, was dem misslungenen "Tatort" am Sonntag fehlte.
Kommissar Max Morolf (Wanja Mues) versucht sich in die Position des Schaftschützen zu denken. Doch von einem Motiv fehlt jede Spur. Foto: GORDON Photographie Kommissar Max Morolf (Wanja Mues) versucht sich in die Position des Schaftschützen zu denken. Doch von einem Motiv fehlt jede Spur.

 Es ist nur eine simple Routinekontrolle. Klaus Ewert (André M. Hennicke) wird von den Streifenpolizisten Sabine Lieber (Anke Retzlaff) und Uwe Berger wegen eines defekten Rücklichts angehalten. Er rastet sofort aus. Bald danach werden die beiden Streifenpolizisten von ihren Kollegen vermisst. Schließlich taucht  der verschwundene Polizeiwagen von Lieber und Berger in Stralsund wieder auf.
 
Als die Polizei den Wagen untersucht, findet sie den ermordeten Berger im Kofferraum – und unmittelbar darauf fallen Schüsse. Ewert nimmt die Polizisten von einem Dach aus unter Feuer, wobei er einen Polizisten tötet und einen weiteren verwundet.  Die Polizistin Nina Petersen, nach einer Schussverletzung gerade wieder im Dienst, kommt gerade rechtzeitig, um Hauptkommissar Karl Hidde (Alexander Held), der dem verletzten Polizisten helfen will, mit dem Auto Deckung zu geben.
 
Ihr Chef Gregor Meyer (Michael Rotschopf) will Nina Petersen dazu zwingen, sich nach ihrer Schussverletzung einer psychologischen bertung zu unterziehen. Die aber widmet sich lieber dem Fall: Während der Schießerei, nach der der Mörder spurlos verschwindet, fällt ihr Maren Fenske (Michaela Caspar) auf, die sich sehr merkwürdig verhält: Trotz der allgemeinen Panik geht sie nicht in Deckung. Als sie die Frau verhört, ist sie schnell davon überzeugt, dass die mehr weiß, als sie zugeben will.
 

Keine Polizisten zum Vorzeigen

 
Eine Polizistin mit einer knapp auskurierten Schussverletzung, die ein ungeborenes Kind verloren hat und deren Freund wegen Mordes im Gefängnis sitzt, dazu ein Kollege (Wanja Mues), der sich bei der Rettung eines verletzten Polizisten nicht eben mutig zeigt und ein weiterer Kommissar mit einer Beinprothese: Das Personal der TV-Serie "Stralsund" besteht nicht eben aus strahlenden Vorzeige-Ordnungshütern. Ähnlich wie die Belegschaft des Dortmunder "Tatort" also.
 
Wie man die Differenzen und Probleme dieses Teams aber erzählt, ohne dabei die Hauptgeschichte zu vernachlässigen, führt dieser ZDF-Krimi geradezu beispielhaft vor. Ohne seine Hauptfiguren samt Ecken und Kanten je zu vernachlässigen, drückt der Film durchgehend aufs Gaspedal und liefert seine Geschichte mit genau der rasanten Dramatik, die der "Tatort"-Krimi "Zahltag" so schmerzlich vermissen ließ. Dabei fallen die Handlungsstränge auch nicht auseinander.
 

Der Verbrecher als tragischer Verlierer

 
Immer wieder baut das Drehbuch von Martin Eigler aufregende Szenerien und knallige optische Effekte ins Geschehen ein und dreht gegen Ende sogar noch einmal richtig auf. Regisseur Lars-Gunnar Lotz konnte sich dabei auf ein eingespieltes Team vor der Kamera verlassen.  Mit André M. Hennicke, schon vom Typ her bestens besetzt, haben sie einen wunderbaren Gegenspieler. Hennicke gibt den todkranken und verzweifelten Amokläufer mit Bravour.
 
Auch die Gefühle, die er für seine Geisel noch entwickelt, nimmt man ihm problemlos ab. Es sind nicht zuletzt auch die tragischen Dimensionen vieler ihrer Verbrecher, die "Stralsund" zu einem Juwel unter den deutschen Krimi-Serien machen. Am kommenden Samstag strahlt das ZDF um 20.15 einen neuen Fall aus.

 Den Film in der Mediathek anschauen
 


 
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