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TV-Kritik: "Leichtmatrosen": In seichten Gewässern

Von Der ARD-Film versucht sich abwechselnd als Klamauk-Film und Typenkomödie. Beides mit überschaubarem Erfolg.
Henner (Stephan Szász), Simon (Gabriel Merz) und Finke (Golo Euler) haben nicht nur Spaß miteinander, sie werden auf dem Hausboot auch zu echten Freunden. B Foto: (WDR Presse und Information/Bildk) Henner (Stephan Szász), Simon (Gabriel Merz) und Finke (Golo Euler) haben nicht nur Spaß miteinander, sie werden auf dem Hausboot auch zu echten Freunden. B
Drei Mann in einem Boot: Nein, hier handelt es sich nicht um eine weitere Filmadaption des berühmten Romans von Jerome K. Jerome, sondern um eine Neuinterpretation nach dem Buch "Leichtmatrosen" von Tom Liehr. Und wie sich das für einen ARD-Film am Freitagabend gehört, kommt auch der touristische Faktor nicht zu kurz: Die Fahrt führt über die Müritz auf der Mecklenburgischen Seenplatte.
 
Bei diesem Chaostrio an Bord ist Ärger natürlich vorprogrammiert: Finke (Golo Euler) hat die Fahrt ursprünglich für sich und seine Freundin Cora (Susanne Bormann) gebucht. Doch dann kam heraus, dass seine Freundin schwanger ist – und Finke nichts weniger als bereit, die Verantwortung für eine Familie zu unternehmen. Da er dennoch die Bootstour voll bezahlen müsste, kommen ihm seine  Kumpels Henner (Stephan Szasz) und Simon (Gabriel Merz) gerade recht.

Gute Ratschläge zum Beginn der Reise

 
Die beiden Lückenbüßer bringen  zwar keine Erfahrung im Bootsfahren mit, dafür aber jede Menge Probleme: Henner, der Pastor und Nichtschwimmer, zweifelt an seiner Berufung und an seinem Glauben.  Und Simon, der chaotische Handwerker, hat seinen Auftraggeber versetzt und nun einen rachelüsternen Rockerboss samt Schlägern auf dem Hals. Wenn die drei zur Einführung auf dem Boot   drei gute Ratschläge hören, die dringend zu befolgen sind, ahnt man schon, dass es nur schief gehen kann.
 
Von einer ambitionierten oder gar tieferschürfenden Geschichte um die Themen Freundschaft und Erwachsenwerden kann hier natürlich nicht die Rede sein. Schon wenn Simon den Rockerboss hinterrücks in einen Werkzeugschuppen schuppst, den Schlüssel wegwirft und sich fröhlich zur Bootstour auf den Weg macht, wird klar, dass hier glaubwürdige Charaktere, Plausibilität und Logik keine besondere Rolle spielen können.
 

Klamauk ohne echte Pointen

 
Der Eindruck verfestigt sich noch, wenn es später ohne Not bei dunkler Nacht aufs Wasser hinausgeht. Hier dreht sich die Geschichte im Wesentlichen um Klamottenkomik. Sowas kann zwar wie einst in "Nonstop Nonsens" einen hohen Reiz haben. Der Slapstick-Film gilt aber nicht umsonst als das schwierigste Filmgenre überhaupt: In "Leichtmatrosen" funktioniert der Witz nur in wenigen Szenen.
 
Gags gibt es zwar besonders zu Beginn reichlich, für eine gute Slapstick-Komödie sind die Einfälle aber zu müde geraten. Dazu kommen sie dramaturgisch überwiegend im Hauruck-Verfahren und zeigen sich auch nicht mit dem nötigen Feingefühl inszeniert, sondern ziemlich sorglos abgefilmt. Die entsprechende Liebe zum Detail, die andere Degeto-Komödien wie "Matthiesens Töchter" oder "Zwei Bauern und kein Land" so sehenswert machte, bleibt hier weitgehend außen vor.

 
Eine müde Sache

 
Wenn der Streifen nach einiger Zeit vom Klamauk in eine Typenkomödie wechselt, funktioniert es immerhin etwas besser. Der Schwung in der Geschichte bleibt aber überschaubar, die Figurenentwicklung schematisch und die Beziehung des Trios an der Oberfläche. Das spielfreudige Ensemble mit Golo Euler an der Spitze meistert seine Aufgabe gemessen an den Rollen allerdings nicht schlecht: Besonders Golo Euler empfiehlt sich dabei für weitere Rollen.

Den Film in der ARD-Mediathek ansehen.

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