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TV-Kritik: "Level X": Dresdner "Tatort" bleibt auf Kurs

Der dritte Krimi um das neue Dresdner Team nimmt windige Praktiken im Netz auf die Schippe. Wie die Satire funktioniert.
Die Oberkommissarinnen Karin Gorniak (li., Karin Hanczewski) und Heni Sieland (re, Alwara Höfels) und Kommissariatsleiter Peter Michael Schnabel (Martin Brambach. Foto: MDR/Gordon Muehle Die Oberkommissarinnen Karin Gorniak (li., Karin Hanczewski) und Heni Sieland (re, Alwara Höfels) und Kommissariatsleiter Peter Michael Schnabel (Martin Brambach.
Mit engagierten Filmen samt Botschaft ist das so eine Sache: Oft verdrängt die gute Absicht, und der an sich lobenswerte moralische Inhalt nämlich alles andere. Besonders grausam wurde das letzten Monat im TV-Thriller „Gift“ mit Heiner Lauterbach deutlich: Am Ende wusste man zwar viel über den Handel mit gefälschten Medikamenten und seine schrecklichen Auswirkungen.

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Aber die eindimensionalen Figuren und der rein funktional angelegte Plot ließ am Ende nur die ernüchternde Erkenntnis übrig, dass so ein Thema als Doku viel besser hingehauen hätte. Dass die ARD das auch besser hinkriegt, beweist der dritte „Tatort“ aus Dresden um die Kommissarinnen Henni Sieland (Alwara Höfels) und Karin Gorniak (Karin Hanczewski) mit ihrem Kommissariatsleiter Peter Schnabel (Martin Brambach). Am Anfang wird der Prankster Robin Kahle (Merlin Rose) alias Simson erschossen.

Anglizismen ironisch betrachtet


Sie wissen nicht, was ein Prankster ist? Keine Sorge die Erklärung kommt im Film sofort: Jemand, der anderen Leuten Streiche spielt. Einer wie Simson also, der zu Beginn per Drohne einen Rocker auf dem Abort filmt und damit die ganze Bande in Marsch setzt. Auf Deutsch also ein Schelm. Aber der Prankster ist nicht der einzige Anglizismus, der im Handlungsverlauf zur Sprache kommt.
 
Simsons Manager Magnus Cord (Daniel Wagner) wirft damit um sich, das nicht nur den Kommissarinnen die Ohren davon flattern. Das ist natürlich ein Klischee, ebenso wie Cord die Füße auf den Tisch legt. Aber hat das nicht auch einen wahren Kern? Die Satire wirkt darum auch nicht angestrengt wie in dem im Volksmusik-Milieu angesiedelten ersten Krimi um das weibliche Ermittler-Duo.

Glaubwürdige Figuren


Jedenfalls verfügt Cord ein Mordmotiv, wie auch Simsons ehemaliger Kumpel Dennis Tobor (Wilson Gonzales Ochsenknecht) und Dr. Frantzen (Ulrich Friedrich Brandhoff). Letzterer wurde von Simson möglicherweise gelinkt und anschließend erpresst. Das ist das Gelungene an diesem Krimi: Er beleuchtet zwar die überaus fragwürdigen Aktionen einer bestimmten Szene im Netz. Dabei konzentriert er sich dabei aber auf seine Figuren.

Der Plot reißt nicht vom Hocker, verläuft aber ohne nennenswerte Hänger, weswegen sich der Film auch nicht an seinem Thema verhebt. Seine Figuren bleiben trotz Stereotypen glaubwürdig, agieren halbwegs logisch und kommen auch durch ihre Darsteller einprägsam rüber. Insbesondere Wilson Gonzales Ochsenknecht ist als windige Nebenfigur wie schon im vorzüglichen Münchner „Tatort“-Beitrag "Der Wüstensohn" ohnehin immer eine sichere Bank.

Das Team macht Laune


Und die Chemie zwischen Höfels, Hanczewski  und Bramnach wird von Film zu Film besser. Man fängt an, ihre Figuren zu mögen. Nach seinem gelungenen Vorgänger "Der König der Gosse" kann sich deswegen auch „Level X“ ganz ordentlich behaupten. Gute Nachricht aus Dresden also: Der schwache Erstling "Auf einen Schlag" ist so gut wie vergessen.

 
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