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TV-Kritik: "Liebe auf‘n ersten Blick wird’s ja schon mal nich": Beste Unterhaltung

Von Die neue Episode aus der RTL-Reihe "Der Lehrer" mischt überaus gekonnt Slapstick mit einem einfühlsam erzählten Jugenddrama.
Karin (Jessica Ginkel, hinten) beobachtet die blinde Annalena (Luise von Finckh) und den offenbar frustrierten Leistungsverweigerer Konstantin Strunk (Lukas Zumbrock), den Stefan zu Annalenas 'Eingewöhnungs-Scout' gemacht hat, beim Teamwork. Foto: MG RTL D / Frank Dicks Foto: Liebe auf'n ersten Blick wird's Karin (Jessica Ginkel, hinten) beobachtet die blinde Annalena (Luise von Finckh) und den offenbar frustrierten Leistungsverweigerer Konstantin Strunk (Lukas Zumbrock), den Stefan zu Annalenas 'Eingewöhnungs-Scout' gemacht hat, beim Teamwork. Foto: MG RTL D / Frank Dicks

Anfangs hat niemand an den Erfolg dieser Serie geglaubt: Erst 2009 wurde die bereits zwei Jahre zuvor produzierte erste Staffel ausgestrahlt, und bis die zweite Staffel den Bildschirm erreichte, dauerte es nochmals vier weitere Jahre. Dann aber kam "Der Lehrer" im Jahresrhythmus und mit steigender Zuschauerzahl. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor dabei ist der intelligente Humor, mit der die Serie ernste Themen wie Drogenkonsum oder Behinderungen aufgreift.

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Was diese Episode schon zum Auftakt verdeutlicht. Titelheld Stefan Vollmer (Hendrik Duryn) dreht mit Schülern ein Video in der Turnhalle, aber die blinde Annalena (Luise von Finckh) sorgt mit ihrem weißen Taststock schon bei ihren ersten Auftritt für ein kräftiges Chaos. Das junge Mädchen will unbedingt an eine normale Schule, weil sie nicht länger wie eine Behinderte behandelt werden möchte.

Der tragische Tag Jahre zuvor

Ihre Souveränität beeindruckt nicht nur Vollmer. Konstantin Strunk (Lukas Zumbrock) soll die Neue zur Eingewöhnung in der Schule herumführen. Es dauert nicht lange, bis die beiden Gefallen aneinander finden. Doch dann macht Konstantin plötzlich einen Rückzieher. Als Vollmer nach den Gründen fragt, erfährt er von einem tragischen Tag viele Jahre zuvor auf einem Kinderspielplatz, der für Annalena weitreichende Folgen hatte.

Sehr eindrucksvoll erzählt der Film mit den Mitteln einer Komödie ein Kinder-, Jugend- und Behindertendrama. Dass sich Annalena und Konstantin ziemlich schnell verlieben, ist der kurzen Laufzeit geschuldet. Dennoch erhalten die Figuren bei allem sprudelnden Wortwitz eine gewisse Tiefe, und nebenbei erzählt der Film auch subtil eine schlüssige Geschichte über  Dialogbereitschaft, Schweigen aus Bequemlichkeit und Vertrauen.

Gags und Tiefsinn gekonnt gemixt

Das betont kumpelhafte Auftreten Vollmers und seiner Kollegen wirkt nicht sonderlich realitätsnah, ebenso das Interesse von Lehrern am Liebesleben ihrer Schüler. Die lebhaft agierenden Schauspieler machen es dem Zuschauer aber leicht, sich mit ihnen zu identifizieren. Die Beziehung Vollmers sorgt für weitere Gags, vertieft aber auch das Grundthema der Episode.

Ulrich Gebauer als Direktor Günther Rose und Rainer Piwek als Vollmers Kollege Carl Sievers verstärken noch einmal die humoristischen Aspekte, ohne dass dabei das Hauptthema zu kurz kommt. Die einfühlsame Mischung aus Witz und Drama macht diese Episode darum besonders sehenswert.

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