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TV-Kritik: "Looping": An diesem Film stimmt gar nichts

Von Unbeholfen und visuell überehrgeizig erzählt: Dieser Film fährt sein Thema krachend gegen die Wand.
Leila (Jella Haase, r.) hat sich in ein anderes Mädchen verliebt. Foto: ZDF und Jieun Yi Leila (Jella Haase, r.) hat sich in ein anderes Mädchen verliebt.
Drei Frauen lernen sich in einer Psychiatrie kennen und lieben: Leila (Jella Haase), die eigentliche Hauptfigur, 19 Jahre alt und ein Kind vom Rummelplatz, wo ihr Vater arbeitet. Dazu die 52jährige Ann (Marie-Lou Sellem) und Frenja (Lana Cooper). Sie verlassen nachts heimlich die Klinik, baden in einem Pool, ziehen durch Clubs und finden so etwas wie Geborgenheit in ihrer Beziehung.
 
Das ist im Grunde schon die ganze Handlung. Klingt etwas mager? Ist es auch, besonders, wenn jemand damit geschlagene 95 Minuten füllen will. Allerdings vergeht ohnehin jede Menge Zeit, bis die drei Frauen endlich mal aufeinandertreffen. Zu Beginn wird erstmal Leila ausgiebiger vorgestellt. Sie ist in ihre Freundin Sara verknallt, von der sie auch geküsst wird. Aber das tut Sara nur, um Jungs scharfzumachen.

Konstruierte Vorgeschichten

Worauf sich Sarah durch die Nacht treiben lässt, vergeblich in eine Peepshow zu gelangen versucht und schließlich mit einer Flasche Wodka erst zu einem Fahrer mit bösen Absichten in den LKW steigt und sich dann in der Notaufnahme einer Klinik wiederfindet. Von dort aus lässt sie sich mal eben schnell in eine Psychiatrie einweisen, wo sie Ann und Frenja kennenlernt.
 
Klingt alles ziemlich konstruiert? Ist es auch, ähnlich wie Frenjas Vorgeschichte, die das Drehbuch mal eben so als Rückblick beim Eintreffen Frenjas in der Klinik erzählt. Der ziemlich lange Rückblick erzählt von Frenjas Mann mit Zahnschmerzen, der nicht zum Arzt gehen will, und ihrer Schwester mit Gesangsambitionen. Aber eigentlich alles nur als Hintergrund dafür, dass Frenja sich nachts am Kühlschrank mit den Essensresten einer Geburtstagsfeier vollstopft und anschließend übergibt.

Optisch oft wie ein Videoclip

Ihre Bulimie erscheint zumindest als glaubhafter Grund für eine Einweisung in die Psychiatrie. Aber die wenig bis gar nicht zusammenhängend erzählte Handlung ist nur ein Problem dieses Films. Anstatt sich auf ihre Figuren zu konzentrieren, legt Leonie Krippendorf, die auch das Drehbuch für ihr Regie-Debüt verfasste, enormen Ehrgeiz in eine möglichst flirrend-verschwommene Bildsprache.
 
Es droht einem schwindelig davon zu werden. Diese Videoclip-Optik erscheint anfangs durch Leilas Rummelplatz-Vergangenheit sogar noch halbwegs motiviert, wirkt aber zusammen mit sehr vielen dunklen Szenen oft bedeutungsschwanger. Weil aber das nebeldichte Geheimnisvolle, das schon penetrant Angedeutete niemals durch einen Aha-Effekt zur Auflösung kommt, fängt der Film im Handlungsverlauf immer stärker an zu nerven.

Thema und Schauspielerinnen verschwendet

Beispiele dafür lassen sich viele anführen. Etwa wenn Leilas Vater seine Tochter zur Psychiatrie fährt und sagt: „Ich versteh nicht, was plötzlich los ist!“ Ein Gefühl, mit dem sich schon zu dieser Zeit der Zuschauer identifizieren kann. Doch auf die Frage „Willst Du’s wissen?“ seiner Tochter gibt er keine Antwort, sondern zieht sich die Mütze vom Kopf und stülpt sie seiner Tochter über.
 
Schade um Marie-Lou Sellem, Lana Cooper und vor allem um Jella Haase, die als sensibles und widerborstiges Mädchen im Prinzip eine gute Figur macht. Schade auch um das Beziehungsdreieck zwischen den Frauen: Das Thema hätte einen weit besseren Film verdient.

Den Film verpasst? Hier nochmal anschauen.

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