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TV-Kritik: "Lotta & Der Ernst des Lebens": Zum Beine-Hochlegen

Von Die neue Episode um die mittlerweile zur Ärztin avancierte Charlotte kommt über harmlos dahinplätschernde Unterhaltung nicht hinaus.
Lotta (Josefine Preuß) und Junis (Kostja Ullmann) sind die Außenseiter beim Elternabend und verbünden sich gegen die anderen spießigen Eltern. Foto: Britta Krehl Lotta (Josefine Preuß) und Junis (Kostja Ullmann) sind die Außenseiter beim Elternabend und verbünden sich gegen die anderen spießigen Eltern.
Über ein halbes Dutzend Filme in sieben Jahren versucht sie sich nun einen Platz im Leben zu sichern: Charlotte "Lotta" Brinkhammer (Josefine Preuß), jung, hübsch, impulsiv und chaotisch. Im Spannungsfeld zwischen den Anforderungen des Erwachsenenlebens und ihrem verspielten Naturell lotet sie ihre Neigungen und Fähigkeiten aus. Gemessen an ihren bescheidenen Anfängen als Pflegerin hat sie es mittlerweile aber schon recht weit gebracht: in ihrem sechsten Film geht sie als fertige Ärztin nach Berlin, wo sie in einer Arztpraxis arbeitet.
 
Der spektakuläre  und fast schon märchenhafte Werdegang der Heldin deutet es schon an: Sonderlich realistisch fallen die Lotta-Filme nicht aus. Dennoch konnte vor allem der letzte Film der Reihe überzeugen, weil Josefine Preuß dort mit Andrea Sawatzki eine besonders intensive Gegenspielerin zur Seite gestellt bekam.  Und bald hofft man, hier würde der kranke Herr Pawlowski, gespielt von Jürgen Tarrach, eine ähnliche Rolle in der Geschichte bekommen.
 

Konflikte ohne Spannung

 
Lotta fertigt den Mann, der mit unklaren Beschwerden zu ihr kommt, mit ein paar lässigen Worten ab und treibt ihn damit fast in den Selbstmord. Allerdings ergibt sich damit kein echtes Drama, dafür bleibt Pawlowski viel zu blass. Aber nicht nur deswegen kommt der Film so schwer in die Gänge. Schon merkwürdig, dass der sechste Lotta-Film so ziellos wirkt wie seine Heldin ganz am Anfang der Reihe. Mal geht es um Lottas Tochter in der neuen Schule, dann wieder um eine Party ohne Gäste oder Lottas Job in der Arztpraxis.
 
Die verschiedenen Handlungsstränge erheitern zwar manchmal mit netten Einfällen – so Lottas Versuche, eine gigantische Bestellung für ihre Party per Fahrrad zu transportieren. Der erzählerische Sog hält sich aber in Grenzen. Die Geschichte kommt einfach zu locker gestrickt, zu harmlos und zu sehr auf "Alles ganz einfach, du musst nur wollen" gebürstet. Kaum gerät mal ein wenig Konfliktpotential in den Plot und sitzt Lotta mal ratlos und frustriert am Küchentisch, kommt auch schon wieder eine Wendung ins Positive samt fröhlicher Musik und Partystimmung auf.
 

Kein Zweifel am Happy-End

 
Ernsthaft Sorge um Lotta oder andere Charaktere in der Geschichte braucht sich der Zuschauer nie zu machen und schon gar nicht muss er am glücklichen Ausgang zweifeln. Auch wie der ausfällt, ahnt man spätestens nach der halben Laufzeit. So kommt nicht mehr als harmlose Unterhaltung zum Beine-Hochlegen heraus. Da bieten viele "Bergdoktor"-Episoden deutlich mehr.


Den ganzen Film gibt es hier
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