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TV-Kritik: "Lucy": Ein abgefahrener Trip

Von Eine Droge, mit der sich die Intelligenz steigern lässt, wird in diesem Actionknaller und Kassenhit zum Auslöser einer irren Reise.
Die Droge verbessert nicht nur Lucys (Scarlett Johansson) körperliche Fähigkeiten, sie nimmt ihr auch jede Emotion. Foto: Jessica Forde Die Droge verbessert nicht nur Lucys (Scarlett Johansson) körperliche Fähigkeiten, sie nimmt ihr auch jede Emotion.
Lucy Miller (Scarlett Johansson), US-Studentin in Taiwan,  soll nach dem Willen ihres Freundes Richard einen Koffer an den koreanischen Gangster Mr. Jang (Choi Min-sik) übergeben. Der Koffer enthält eine neuartige Droge namens CPH4. Sie weigert sich – mit schwerwiegenden Konsequenzen: Richard stirbt und Lucy gerät in die Hände von Mr. Jang. Von Jangs Handlangern bekommt sie gewaltsam ein Päckchen der Droge in den Unterleib implantiert, um es nach Europa zu schmuggeln.
 
Nach einer gewaltsamen Auseinandersetzung versetzt ihr einer von Jangs Leuten einen heftigen Tritt in den Leib, was das Päckchen darin zum Platzen bringt. Die freigesetzte Droge überschwemmt ihr Gehirn und lässt ihre Intelligenz massiv ansteigen, weil Lucy nun immer mehr Kapazität ihres Gehirns zur Verfügung stehen. Das macht Lucy zur perfekten Kampfmaschine: Sie tötet ihre Bewacher und kann sich befreien.
 

Plot aus einem Guss

 
Der Film, mit dem das ZDF eine siebenteilige Fantasy-Filmreihe im Montagskino beginnt, beruht auf dem so genannten Zehn-Prozent-Mythos. Die gelegentlich Albert Einstein zugeschriebene Behauptung besagt, dass der Mensch nur ein Zehntel seiner Gehirnkapazität nutzt. Eine Fiktion, die zwar im Wesentlichen als widerlegt gilt. Was einen Filmemacher natürlich nicht davon abhalten sollte, ein saftiges Stück Baller-Action daraus zu kreieren.
 
Und wer Luc Besson kennt, weiß, dass sich der Filmemacher genau darauf versteht wie kaum ein Kollege auf dem Regiestuhl. Wobei der immer wildere Mix aus Bildfetzen, Video-Clip-Ästhetik und Actionszenen im Stil des Hongkong-Kinos, so absurd der Plot an sich auch erscheinen mag, seine Elemente aus Actionkino und Science Fiction erstaunlich clever miteinander verbindet. Altes wie der in vielen Thrillern präsente Koffer mit unbekanntem Inhalt und Neues wachsen hier schon mehr als gut zusammen.

Auch Humor kommt nicht zu kurz

 
Die immer übermenschlicheren Fähigkeiten seiner Heldin stehen zwar im Prinzip der Entwicklung der Spannung im Weg. Besson zeichnet ihren Charakterwandel über die kaltblütige Killermaschine bis zur puren körperlosen Intelligenz in nachvollziehbarer Weise, weswegen der Film trotz allem nie völlig den Boden unter den Füßen verliert. Dazu hat er sich auch einige witzige Szenen einfallen lassen, ohne wiederum seine Geschichte zu sehr zu ironisieren.

Mit dem wieder sehr väterlichen Morgan Freeman, der auch schon Gott spielte, hat Scarlett Johansson genau den richtigen Gegenpart und Unterstützer bekommen. Nur die Gangster kommen nie über eine rein funktionale Rolle hinaus. Hätte Besson auch hier noch etwas von seinem Einfallsreichtum investiert, hätte der Film seine Leistung genau wie seine Heldin auf hundert Prozent steigern können. Aber auch so bietet "Lucy" einen ziemlich abgefahrenen Trip, den Besson auch in der geplanten Fortsetzung - "Lucy" spielte mehr als das Zehnfache seiner Produktionskosten ein - kaum noch steigern wird können.
 
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