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TV-Kritik: "Mainz bleibt Mainz": Der "Tatort" unter den Faschingssendungen

Von Die Prunksitzung aus dem kurfürstlichen Schloss ist wie der Sonntagskrimi für viele Zuschauer eine Pflichtsendung. Und die Berliner Politik sorgte für viele Anregungen.
Ein Neuling unter den Mainzer Karnevalisten: Florian Sitte als Kanzlerin Angela Merkel. Foto: ZDF/Torsten Silz Ein Neuling unter den Mainzer Karnevalisten: Florian Sitte als Kanzlerin Angela Merkel.

Politiker, ob in Berlin oder international, stehen als Zielscheiben bei "Mainz bleibt Mainz" traditionell hoch im Kurs: In der Kultsendung, die seit 1972 abwechselnd von ARD und ZDF ausgestrahlt wird, bekamen auch diesmal wieder alle ihr Fett ab. Ob Trump oder die AFD, Putin oder Erdogan, Merkel oder Schulz, niemand wurde verschont. Wobei die Redner sogar ironisch damit spielten, dass sich die politische Situation selbst am heutigen Nachmittag noch geändert hatte.

Die Stimmung im Saal war von Anfang an am Brodeln. Schon mit dem traditionellen Einzug der Garden kann eine elektrisierende gute Laune auf, die man in anderen Fastnacht-Sitzungen im Fernsehen oft vergeblich sucht. In Mainz stimmt eben alles: Die gigantische Saalkulisse im Kurfürstlichen Schloss, der ungeheure Aufwand an prachtvollen Kostümen und die oft bemerkenswert ausgefeilten Vorträge.

"Großes Kino" von Till Eulenspiegel

Erster Höhepunkt des Abends war Friedrich Hofmann, der als Till Eulenspiegel eine traditionelle Figur des Mainzer Karnevals verkörperte. Vor fast genau einem Jahr, am 7. Februar 2017, war im Alter von nur 79 Jahren sein langjähriger Vorgänger Dr. Dieter Brandt gestorben.  Brandt hatte die Figur bis zum Jahr 1988 mit Leben gefüllt und nach einigen Jahren ohne Till hatte Hofmann die Rolle übernommen.

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Was er an bestens verpackter Kritik auf die Bühne brachte – "Uns Narren geht der Stoff nicht aus" kommentierte er abschließend - riss nicht nur das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin. "Das war ganz großes Kino" urteilte Sitzungspräsident Andreas Schmidt. Neben Hofmann wurden auch die Schnorreswackler, Lars Reichow oder am Ende die Mainzer Hofsänger sehr politisch. Mit einer sehr gekonnten Merkel-Parodie gefiel Florian Sitte, der damit zugleich seinen Einstand im Mainz feierte.

Ein Mann als Merkel

Mit passender Perücke und bestens kopierter Körpersprache brachte es Sitte fertig, der Kanzlerin tatsächlich ziemlich ähnlich zu sehen. Eher auf die Mainzer Lokalpolitik bezog sich der Vortrag von Sabine Pelz, die als Chefhostess aus dem Mainzer Rathaus ein sehr unterhaltsames Gift versprühte. Auch Nicht-Mainzer dürften ihre Freude daran gehabt haben. Martin Heininger und Christian Schier muss man mögen: Im Vergleich zu der ausgefeilten Rhetorik der anderen erinnerte ihre Blödel-Komik eher an den Kölner Karneval.

Da waren Alexander Leber als Mainzer Polizist oder Jürgen Wiesmann als scheinbarer Opa wider Willen schon von anderem Kaliber. Einen kräftigen Schuss Emotion erhielt die Sitzung noch durch den Auftritt der Faschingslegende Margit Sponheimer, die am siebten Februar ihren 75. Geburtstag feierte und an diesem Tag das Ehrenbürgerrecht der Stadt Mainz erhielt. Insgesamt zeigten sich die Mainzer wieder in Hochform!

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