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TV-Kritik: "Marie Brand und der Liebesmord": Ein prickelnder Cocktail

Von Der Samstagskrimi zeigt sich hier in Hochform und schlägt einen ähnlich gearteten "Tatort"-Film gleich um Längen.
Marie Brand (Mariele Millowitsch) befindet sich in einer hochgefährlichen Lage. Sitzt ihr mit Dr. Gruber (Heikko Deutschmann) ein Serienmörder gegenüber? Foto: ZDF/Guido Engels Marie Brand (Mariele Millowitsch) befindet sich in einer hochgefährlichen Lage. Sitzt ihr mit Dr. Gruber (Heikko Deutschmann) ein Serienmörder gegenüber?
"Tatort" oder ZDF-Krimi? Im Vergleich zu Deutschlands liebstem TV-Lagerfeuer schlagen sich die Krimis im Zweiten oft ziemlich gut, ob am Montag oder Samstag. Für diesen Marie Brand-Film, mittlerweile der zwanzigste der Reihe, bietet sich zum Vergleich besonders ein "Tatort"-Krimi an, der nicht nur ebenfalls aus Köln kam, sondern zudem einen sehr ähnlichen Hintergrund aufwies: Auch in "Wahre Liebe" von 2014 wurde nämlich die Betreiberin einer Internet-Partneragentur ermordet aufgefunden.

Hier bei Marie Brand erwischt es am Anfang Jennifer Winkler (Niki Finger), Teilhaberin einer Online-Partnervermittlung. Todesursache war eine gespritzte Insulin-Überdosis. Die Kommissare Marie Brand (Mariele Millowitsch) und Jürgen Simmel (Hinnerk Schönemann) stoßen in ihrer Agentur aber auf ein regelrechtes Wespennest: Da gibt es die ursprünglichen Gründer Karsten (Simon Licht) und Christian Wenke (Rick Okon), Vater und Sohn, mit einem Sohn, der sich vom übermächtigen Einfluss seines Vaters freimachen will.

Machtkampf hinter den Kulissen

Schnell finden die Ermittler aber auch heraus, dass sich die Ermordete mit recht zweifelhaften Mitteln in die Agentur eingebracht hat. Mit früheren Partnern und Konkurrenten verlief der Umgang ebenfalls nicht sonderlich fair. Aber daneben gab es noch andere tote Frauen, die auf die gleiche Art ermordet wurden wie Jennifer Winkler. Und die alle Kontakte zum gleichen Kunden hatten. Treibt sich auf der Homepage der Agentur ein Serienmörder herum?

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Die Geschichte zitiert nicht nur "Wahre Liebe", sondern auch dessen Vorbild "Sea of Love". Aber der Marie Brand-Film macht das nicht nur erheblich besser, sondern überzeugt dabei auch mit seinem Humor. Die Wortgefechte zwischen Marie Brand und ihrem etwas linkisch angelegten Assistenten sprühen vor geistreichen Pointen. Dazu sind die Eigenheiten von Brand und Simmel - bei ihr die Angst vor dem Alter und dem Verlust der Attraktivität, bei ihm Einsamkeit und die Liebe zu schnellen Autos - sehr schön mit der Krimi-Handlung kombiniert.

Am Ende nochmals eine Wendung

Der Witz geht dabei auch nicht zu Lasten der Spannung. Dafür schlägt die Handlung einfach viel zu oft eine neue Richtung ein. Deutet zunächst alles auf Täter aus dem geschäftlichen Umfeld, kommt dann immer stärker ein Kunde der Agentur ins Spiel. Der Plot legt geschickt eine Fährte aus – und dreht dann kurz vor dem Ende die Situation noch einmal um. Die Lösung erweist sich zwar nicht gerade als wirklich realistisch, aber angesichts der Qualitäten dieses Films lässt sich das problemlos verschmerzen.

Mariele Millowitsch strahlt noch mit über sechzig etwas Prickelndes aus, und die Geschichte zeigt sich noch dazu besonders im Vergleich zu "Wahre Liebe" sehr rasant erzählt. Nicht nur Drehbuchautor Timo Berndt – der unter anderem den sehr gelungenen „Friesland“-Krimi "Irrfeuer" verfasste – und Regisseur Josh Broecker zeigen sich hier gut in Form, sondern auch Eckhard Jansen an der Kamera. So gute Krimis wie diesen hätte man gerne öfter - schön, dass auch der nächste Film der Reihe schon im Kasten ist.
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