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TV-Kritik: Maximilian: Alles, was ein monumentaler Film braucht

Der zweite Teil des monumentalen Historienfilms verdeutlicht bereits zu Anfang spannende Zusammenhänge zwischen Wirtschaft und Politik. Dazu kommen Macht, Intrigen, Tod - unser Kritiker Ulrich Feld sagt: unbedingt anschauen.
Maximilian (Jannis Niewöhner, 2.v.l.) und Maria von Burgund (Christa Théret, 2.v.r.) machen sich mit ihrem Gefolge, Georg Rudolfer (Harald Windisch, l.), Bertram (Aaron Friesz, M.) und Wolf von Polheim (Stefan Pohl, r.) auf den Weg. Foto: Thomas W. Kiennast Maximilian (Jannis Niewöhner, 2.v.l.) und Maria von Burgund (Christa Théret, 2.v.r.) machen sich mit ihrem Gefolge, Georg Rudolfer (Harald Windisch, l.), Bertram (Aaron Friesz, M.) und Wolf von Polheim (Stefan Pohl, r.) auf den Weg.

Endlich mal wieder ein richtiger Kostümfilm! Wenn die Tage kürzer werden, lässt sich der Zuschauer gerne historische Stoffe servieren. Schon die üppigen Kostüme vergangener Epochen und die Beleuchtung der Szenerie mittels Fackel- und Kerzenschein hat oft schon etwas Behagliches. Was zur Dramatik der Szenerie natürlich oft im schärften Gegensatz steht. So auch hier: Im ersten Teil ziehen Leichenfledderer über ein Schlachtfeld. Januar 1477, Herzog Karl der Kühne von Burgund ist gerade vor Nancy gefallen.
 
In drei Teilen breitet die deutsch-österreichische Koproduktion die Geschichte von Kaiser Maximilian aus: Dessen Heirat mit Maria von Burgund (Christa Théret), Tochter und Alleinerbin von Karl dem Kühnen, sorgte für erhebliche Konflikte mit Frankreich in den folgenden Jahrhunderten. Auch Ludwig XI(Jean-Hugues Anglade)  – Fans von Historienromanen als markante Nebenfigur aus Victor Hugos "Glöckner von Notre Dame" bekannt – wollte seinen Sohn mit Maria von Burgund verheiraten.

Dem Vater kann man nichts mehr vormachen

Die gegenseitigen Intrigen ergeben für einen saftigen Historienthriller natürlich die passenden Zutaten: Schon Kaiser Friedrich III (Tobias Moretti), dessen Macht kaum weiter als bis zu den Mauern seines Schlosses reicht, abwartend und lauernd, und sein energischer und hitzköpfiger Sohn (Jannes Niewöhner) können nicht wirklich miteinander. Ein Ausflug des Sohnes endet im ersten Teil beinahe tödlich, als Maximilian von bestellten Mördern angegriffen wird.
 
Der erste Teil leidet ein wenig darunter, dass die handelnden Figuren durch ihren Dialog dem Zuschauer die historische Situation verdeutlichen Müssen: Das verleiht den Dialogen oft etwas Deklamatorisches. Der zweite Teil führt dagegen stärker in die historische Alltagswelt ein. Den handelnden Personen bekommt das ausgesprochen gut: Sie legen das Papierne ab und entwickeln sich von historischen Schemen zu Menschen aus Fleisch und Blut. 

Die Fugger und die Habsburger

Mehr noch als der erste Teil verdeutlicht diese Episode Zusammenhänge zwischen Industrie, Handel und Politik: Kaufmann Fugger unterbreitet Maximilian ein Angebot, dass der junge Mann zwar innerlich ablehnt. Aber sein abgeklärter Vater verdeutlicht ihm milde, dass er kaum eine Chance hat, ohne die von dem Kaufmann angebotene schwerbewaffnete Eskorte überhaupt lebend Maria von Burgund erreichen zu können. 

An der Machart gibt es dabei nichts auszusetzen. Mehr noch als etwa der ARD-Film "Das Geheimnis der Hebamme" versteht sich „Maximilian als echter Monumentalfilm. Das üppige Budget von über 15 Millionen Euro schimmert in vielen liebevollen historischen Details durch. Dass dabei nicht alles den geschichtlichen Fakten entspricht, hat der Dreiteiler mit seinen Hollywood-Vorbildern gemeinsam. Was aber mancher beim Betrachten dieser Superproduktion vermissen dürfte, ist ein richtig große Leinwand.


 

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