Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer

TV-Kritik: "Mit offenem Visier": Der dynamische Neue

Von Ein neuer Zoodirektor sorgt für frischen Wind und erheblichen Wirbel in der aktuellen Folge der beliebten ARD-Serie.
Während einer Untersuchung im Nashorngehege erwacht der Nashornbulle und greift an. Dr. Roman Blum (Ralph Herforth) versucht ihn abzulenken. Bild: Foto: ARD/Steffen Junghans Während einer Untersuchung im Nashorngehege erwacht der Nashornbulle und greift an. Dr. Roman Blum (Ralph Herforth) versucht ihn abzulenken. Bild:
Eine neue Folge von "Tierärztin Dr. Mertens" mit einem neuen Direktor: In "Mit offenem Visier" dominiert vor allem der neue Zoodirektor Roman Blum (Ralph Herforth) das Geschehen. Sehr zum Missfallen von  Susanne Mertens (Elisabeth Lanz), die ihn für einen Schaumschläger und Selbstdarsteller hält. Blum macht denn auch gleich bei seiner Antrittsrede klar, dass er von jedem Mitarbeiter ein Maximum an Einsatz erwartet. Aber ersteht es auch, sich zu inszenieren: Schon am nächsten Tag versteigert er, publikumswirksam von einer knapp bekleideten Pflegerin mit Schlange im Arm unterstützt, seinen Geländewagen. Der Erlös wird in neue Ausrüstung für den Zoo investiert.
 
Doch seine Art bringt auch erhebliche Risiken mit sich. Er will eine neue Nashornzucht aufbauen und einem möglichen Sponsor einen gesunden Zuchtbullen präsentieren. Doch die Untersuchung, die Blum persönlich vornimmt, wird fast zur Katastrophe, als das durch eine Entzündung von Schmerz gepeinigte Tier einen Pfleger verletzt. Als kleine Nebenhandlung gibt es noch einen toten Waschbär und einen Jungen, der sich in verbotenes Gelände vorwagt und dabei von einem weiteren Waschbär gebissen wird. Was bei den Zoo-Mitarbeitern die Alarmglocken schrillen lässt: Hat sich der Junge bei dem Biss mit Tollwut infiziert?
 

Dynamischer, aber dennoch gebremst spannend

 
Im Vergleich zu der bis auf den Schluss eher gemütlich dahinplätschernden Auftaktfolge zur neuen Staffel kommt die Fortsetzung deutlich dynamischer. Sie enthält wesentlich mehr Handlung, die beschaulichen Szenen mit sind Mimum reduziert. Zumal es diesmal auch handlungstechnisch keinen großen Grund mehr für sie gibt, nachdem die Tierärztin erfahren hat, dass ihr Lebensgefährte Dr. Christoph Lentz (Sven Martinek) eine andere Frau kennengelernt hat.
 
Die neue Situation wird noch verkompliziert dadurch, dass ihr Sohn Jonas (Lennart Betzgen) ohne Abschluss aus dem Sportinternat zurückgekommen ist. Es gibt also reichlich Potential für neue Konflikte, aber dennoch herrscht ein ruhiger Tonfall, der die Spannung nicht besonders herausarbeitet.  Weswegen sich die Sendung auch eher zum Entspannen als zum Anregen durch Thrill und Dynamik eignet. Krimi-Fans dürften beim Ansehen mitunter einen Hauch von Frust empfinden. Dafür entschädigen aber die vielen Aufnahmen von Tieren aus dem Zoo, wobei der Handlungsverlauf auch manchen Blick hinter die Kulissen erlaubt.
 

Blum als vielseitiger Charakter

 
Blum ist vom Drehbuch geschickt als schillernde Figur angelegt, der einerseits eine gewisse Arroganz und sogar unangenehmes Selbstbewusstsein ausstrahlt, andererseits aber auch ein Mann mit Mut und Durchschlagskraft zu sein scheint. Keine leicht zu spielende Figur, aber  Schauspieler Ralph Herforth erledigt seinen Job ziemlich gut: Er gibt Blum Ecken und Kanten, aber dennoch eine gewisse Weichheit. Was es mit Blums Schmerzattacken auf sich hat, die er peinlichst vor seinen Mitarbeitern geheim hält, wird sich noch herausstellen.
 
Auch mit Frauen scheint es in Blums Leben noch die eine oder andere unerledigte Affäre zu geben. Schon jetzt lässt sich vermuten, dass es in den nächsten Folgen zu einer näheren Begegnung zwischen Mertens und Blum kommen wird. Hier würden sich Anleihen an klassischen Beziehungskomödien gut machen.   
 
Den Film in der Mediathek ansehen

 

 
Zur Startseite Mehr aus TV-Kritik

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse