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TV-Kritik: "Moni’s Grill": Ist die Sendung wirklich so mies?

Von Die Quote für die Premiere letzte Woche war schwach, die meisten Kritiken nicht minder. War diese Pleite verdient?
Der Promi-Gast in dieser Ausgabe von „Moni’s Grill“ heißt Sonya Kraus (links), hier mit ihrer Gastgeberin Moni (Monika Gruber). Foto: BR/Günther Reisp Der Promi-Gast in dieser Ausgabe von „Moni’s Grill“ heißt Sonya Kraus (links), hier mit ihrer Gastgeberin Moni (Monika Gruber).

Wie funktioniert das, wenn Promis über ihr Privatleben reden und eine Sendung diese Gespräche – im Neudeutschen auch als "Talk" bekannt – im Rahmen einer Comedy-Serie präsentiert? Erst mal gar nicht, wenn man nach den TV-Quoten geht. 780.000 Zuschauer verschafften der Premiere letzte Woche ganz schwache 6,7 Prozent Einschaltquote. Wobei natürlich die Frage zu beantworten wäre, wer von der Programmplanung der neuen Serie bloß einen Sendeplatz um halb zwölf kurz vor Mitternacht zugewiesen hat.

Im Prinzip hätte sich das neue Format nämlich problemlos im Vorabendprogramm testen lassen.  Der "Moni’s Grill" aus dem Titel ist eine leicht chaotische Kneipe am Münchener Viktualienmarkt, in die in jeder Folge ein Promi hineinstolpert und sich mit der Wirtin (Monika Gruber) über allerlei Privates unterhält. Sonya Kraus hieß der Gast diesmal und es ging unter anderem ums Älterwerden und Fettabsaugen und Kosmetisches und so. Kam ganz nett, auch wenn man sich hinterher fragte, ob das mit dem Alter wirklich so tragisch sein würde.

 Die Neubauer als ewige Sexbombe

Währenddessen entwickelte sich nämlich noch eine Nebenhandlung um den Verpächter der Kneipe, der erstens mehr Geld und zweitens oder ersatzweise die Schwester der Wirtin haben will. Die heißt Toni, kümmert sich vor allem um die Küche und wird von Christine Neubauer gespielt. Das ewige Vollweib hat mit mittlerweile fast Mitte der Fünfzig noch ein paar Jahre mehr drauf und schlägt immer noch die Kerle in ihren Bann. Wie könnte es auch anders sein.

Die Sendung in der ARD-Mediathek

Etwas origineller kommt da schon ihre griesgrämige Mutter Christa (Sarah Camp), die sich in dieser Folge vor allem mit ihrer Enkelin Consuela (Hannah Schiller) zoffen darf. Schließlich kümmert die sich sehr einfühlsam um einen Schulkameraden mit gebrochenem Herzen, was bei der Oma Alarmstufe Rot auslöst: Sie weiß um die lodernden Feuer der Jugend, hat sie doch selbst bereits mit sechzehn ihr erstes Kind bekommen.  Und sie argwöhnt einen flotten Dreier.

 Ein schwuler Schulfreund der Enkelin

Aber natürlich hätte sie sich keine Sorgen zu machen brauchen – der besagte Schulfreund ihrer Enkelin ist nämlich stockschwul. Diese Episode ist die witzigste. Was den Rest betrifft: Vom Regisseur und Autor Franz Xaver Bogner stammt auch die Dauerserie „München 7“ um ein Münchener Polizeirevier. In der gibt es viel Handlung und manch gelungene Pointe, aber auch viel Füllmaterial. Gleiches könnte man auch über „Moni’s Grill“ sagen.

Die Charaktere hat Bogner allerdings bis auf Toni nicht schlecht entworfen und durch die kurze Laufzeit von nur einer halben Stunde kommt auch die Handlung wesentlich schneller in Fahrt. Die Neubauer kann sich nicht freispielen, dafür ist ihre Figur als ewige Sexbombe einfach zu eindimensional. Bei Monika Gruber und Sarah Camp funktioniert das schon besser. Insgesamt hat das Rezept was stark Improvisiertes, was die Sache etwas halbgar, aber auch unmittelbarer und weniger inszeniert wirken lässt. So als hätte Regisseur Axel Ranisch („Alki Alki“) ein paar Episoden der „Münchner Geschichten“ inszeniert. Wer Experimenten gegenüber aufgeschlossen ist, kann durchaus mal reinschauen, und wer München und seine Kneipen-Kultur mag, sowieso.

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