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Dieser Krimi vermag zu fesseln: "Mord am Höllengrund": Ein echtes Schmankerl

Dorfpolizist Asam (Barbaby Metschurat) hilft seiner Jugendfreundin Sabine (Katharina Wackernagel), die nicht ahnt, dass sie in tödlicher Gefahr schwebt. Foto: Erika Hauri/ZDF Dorfpolizist Asam (Barbaby Metschurat) hilft seiner Jugendfreundin Sabine (Katharina Wackernagel), die nicht ahnt, dass sie in tödlicher Gefahr schwebt.
Sabine Sonntag (Katharina Wackernagel), eine alleinerziehende Mutter und frei schaffende Künstlerin, lebt mit ihrem erwachsenen Sohn Ilya (Vincent Redetzki) am bayrischen Kochelsee. Ihr Sohn will mit seiner Freundin Cora Urlaub in Italien machen. Cora will mit Dominik Haller (Max Hegewald) aber noch einmal zu einer kürzlich freigelegten Höhle in den Bergen. Sabine bekommt zwar Grund zu der Vermutung, dass Cora ihren Sohn mit Dominik betrügt, mischt sich aber nicht weiter in sein Leben ein. Cora will mit Ilya startet mit seinem altersschwachen Golf.
 
Dann findet Sabine Cora tot und vergraben vor der Höhle - und ihr enger Freund Peter Asam (Barnaby Metschurat) Ilyas verlassenen Golf mit leerer Batterie. Doch wo ist Ilya? Da Sabine den schrecklichen Verdacht hegt, dass Ilya seine Freundin ermordet haben könnte, erfindet sie eine Reihe von Lügengeschichten, um ihn zu schützen. Die aber nicht mehr lange halten, als Coras Leiche gefunden wird. Doch sie hat vor der Polizei noch mehr zu verbergen: so einen Totenschädel, den sie in der Höhle ausgebuddelt hat.
 

Kein echtes Mutter-Sohn-Drama

 
Das Thema des Films gibt allerlei her für ein Drama über Mütter und Söhne, über Verantwortung und Loslassen. Und über verschiedene Generationen, zumal das Drehbuch hier auch die Großmutter des Jungen (gespielt von Eva Mattes, bekannt als "Tatort"-Kommissarin Klara Blum) ins Spiel bringt: Ihre Mutter ist die Einzige, mit der Sabine ihre Befürchtungen teilt. Ansonsten merkt nur ihr guter Freund und Auftraggeber Markus Wenger (Hans-Jochen Wagner) ziemlich schnell, dass mit Sabine etwas nicht stimmt. 
 
Um dieses Drama drückt sich der Film herum. Was aber aus zwei Gründen nicht allzu sehr stört: Erstens gibt es zu diesem Thema schon einen hervorragenden ZDF-Film, der kaum zu übertreffen ist: "Vater Mutter Mörder" von Niki Stein. Und zweitens funktioniert "Mord am Höllengrund" als Krimi doch erstaunlich gut, obwohl er weder eine sonderlich glaubwürdige Geschichte erzählt - unter anderem kann besonders die Motivation des Mörders überhaupt nicht überzeugen - noch formal innovativ sein will.
 

Geschickter Einsatz bewährter Mittel

 
Aber manchmal ist es eben gerade der Rückgriff auf bewährte Elemente, die den Zuschauer ein erwartungsvolles Behagen bereitet. Hier in diesem Film ist das neben dem knalligen Titel vor allem der Beginn, der mit schroffer Gebirgslandschaft, unheilvoller Musik, Nebel und Gewitter schon genau die richtige Stimmung verbreitet. Neben Regisseurin Maris Pfeiffer sind hier besonders Gunnar Fuß (Kamera) und Jörg Lemberg (Kamera) zu loben.
 
Noch mehr gilt das für die Darstellerinnen: "Mord am Höllengrund" ist im Wesentlichen ein Frauenfilm, die Männer sind in der Handlung kaum mehr als Staffage. Und das Trio Katharina Wackernagel, Eva Mattes und Aglaia Szyszkowitz als Dominiks Mutter macht sich ausgezeichnet. Dazu tragen auch viele spannende Szenen und das sehr clever konstruierte Finale bei. Schön, dass das ZDF mit diesem Krimi-Schmankerl auch ein Herz für Nicht-Fußballfans zeigt!
 

Den Film in der ZDF-Mediathek ansehen


 
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