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TV-Kritik: "München Mord": Viel zu gemächlich

"Einer, der’s geschafft hat": Diese allzu lässige Episode der beliebten Krimi-Reihe schafft es nur mit Mühe, etwas Spannung aufzubauen.
Friseurin Uschi (Petra Berndt) bringt Ludwig Schaller (Alexander Held) auf andere Gedanken - und verschafft ihm eine neue Frisur! Foto: Laurent Trümper Friseurin Uschi (Petra Berndt) bringt Ludwig Schaller (Alexander Held) auf andere Gedanken - und verschafft ihm eine neue Frisur!
Frankfurt. 

Dass Ludwig Schaller (Alexander Held)sich hier bei seinem ersten Auftritt in einen Judo-Anzug gehüllt zeigt, macht sich gut. Bisher hat man Schaller zwar noch nicht besonders sportlich erlebt, aber das Fernöstliche, das dieses Kleidungsstück ausstrahlt, passt einfach zu Schaller, zu dessen stets gleichförmigen Laune, seiner Gelassenheit, seiner buddhistisch anmutenden Ausgeglichenheit. Woran erinnert das nur? Ach ja: Würde ein Maskenbildner Held alias Schaller Schlitzaugen verpassen, ein neuer Detektiv Charlie Chan wäre möglicherweise geboren.
 

Stets milde lächelnd, unbeirrbar seinen Weg gehend: ein solcher Charakter ist einzigartig in der Landschaft unsrer TV-Ermittler. Einer, der wichtige Informationen nicht nur durch ein Verhör oder Aktenstudium, sondern auch mal beim Friseur bekommt. Samt neuer Frisur, mit der er zwar zum Schießen aussieht. Aber ok, klingt ja trotzdem irgendwie logisch: Wem wird wohl am meisten erzählt in Bayrisch Eisenstein, diesem malerischen Nest an der Grenze zu Tschechien? Dort flüchtete ein Mann mit seiner Familie im Jahr 1984 aus der Tschechoslowakei durch den Eisernen Vorhang in die Bundesrepublik.

Wer war hier wer?

Jetzt wurde der Mann mit schweren Kopfverletzungen in seinem Edelbungalow am Starnberger See aufgefunden. Noch lebend, aber noch nicht vernehmungsfähig. Was Schaller und seine Mitarbeiter Angelika Flierl (Bernadette Heerwagen) und Harald Neuhauser (Marcus Mittermeier) auf die Spur einer alten Geschichte mit vertauschten Identitäten führt. Jemand, der sich für einen hochdotierten Professor ausgab und damit überall durchkam? Na schön, so was hat man ja öfters, dass die Kopie genauso gut gefällt wie das Original. Oder sogar noch besser.

Und einen Vorwurf will man dem Mann deswegen eigentlich auch nicht machen deswegen, auch wenn ihn Schaller deswegen einen Feigling nennt.  Allerdings, sonderlich spannend gestaltet ist das nicht. Ganz und gar auf die skurrilen Eigenheiten seiner Figuren zugeschnitten, schlendert die ganze Geschichte quasi mit den Händen in den Hosentaschen durch sonnenbeschienene Landschaften. Weder das Schicksal des halbtot Aufgefundenen noch das der Tochter weckt echtes Interesse.

Wenig aufregender Hintergrund

Dafür sind sie im Handlungsverlauf einfach nicht präsent genug. Eine über dreißig Jahre zurückliegende Vorgeschichte, in der zwar was schiefgegangen ist, obwohl niemand ernsthaft etwas Böses getan hat, taugt nicht gerade zur Spannungssteigerung. Und den ganzen Nebenhandlungen um ein Anti-Aggressionstraining für Neuhauser und dessen Sohn geht es wie Neuhauser selbst in der Szene, als er seinem Sohn erstmals begegnet: Sie stehen einfach in der Gegend rum, ohne dass sie jemand wirklich braucht. 
 

Es geht einfach alles viel zu lässig und wenn es mal eine Handlungslücke ermittlungstechnischer Art zu füllen gibt, damit der Plot weiterläuft, kommt Schallers Instinkt zu Hilfe. Das kann München Mord normalerweise besser. Und das ZDF ebenfalls: Viele Montagskrimis präsentieren sich fieser und ausgefeilter. Und das ist hier ein wenig ärgerlich, denn so schlecht war der Kern der Geschichte um die vertauschten Identitäten nicht.

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