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TV-Kritik: "MünsterLeaks": Auch Wilsberg darf lieben

Von Es geht um einen großen Fall für Privatdetektiv Wilsberg: Auf einer Steuer-CD soll es jede Menge Infos über ganz hohe Tiere geben. Doch dann gibt es eine Leiche.
Die "Bestfleisch"-Juristin Elisabeth Böhnisch (Ute Willing, r.) will Wilsberg (Leonard Lansink) unterstützen. Für Merle (Janina Fautz, M.) ist klar: Wilsberg steht auf die Juristin. Foto: ZDF/Thomas Kost Die "Bestfleisch"-Juristin Elisabeth Böhnisch (Ute Willing, r.) will Wilsberg (Leonard Lansink) unterstützen. Für Merle (Janina Fautz, M.) ist klar: Wilsberg steht auf die Juristin.

Erst geht es nur um eine Steuer-CD. Dann um einen Toten: Der Immobilienunternehmer Ehrenberg will offenbar durch eine Selbstanzeige reinen Tisch machen. Doch als Finanzbeamter Ekki Talkötter (Oliver Korittke) in der luxuriösen Villa eintrifft, baumelt Ehrenberg schon von der Decke und ein Abschiedsbrief liegt bereit. Zugleich wird der Kriminaler Overbeck  (Roland Jankowsky) auf einen abgeschnittenen Finger aufmerksam gemacht.

Allerdings wurde der Finger von einem Hund gefressen. Overbeck, wenig begeistert über eine entsprechende Anweisung seiner Chefin Kommissarin Springer (Rita Russek), übergibt den Fall an Wilsberg. Bald zieht der Fall immer größere Kreise: Es geht bei weitem nicht nur um Steuerhinterziehung, sondern auch um Beschäftigung rumänischer Billigarbeiter zu horrenden Bedingungen und sogar um Zwangsprostitution.

Das Opfer interessiert zu wenig

Eine Menge Material also für einen einzelnen Krimi, und manchmal gerät "MünsterLeaks" in Gefahr, sich an dieser Fülle von Stoff zu verheben: Die Zwangsprostitution hätte nicht auch noch sein müssen und obwohl das Drehbuch die einzelnen Fäden insgesamt durchaus überzeugend verknüpft, bekommen verschiedene einzelne Figuren zu wenig Präsenz. Das gilt besonders für das Opfer, dem der Finger abgeschnitten wurde.

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Positiv fällt aber auf, wie abwechslungsreich die Serie gestaltet ist: Sah die letzte Folge "Straße der Tränen" das Netz eher kritisch, so darf hier Springers Patentochter, die im Rollstuhl sitzende Merle (Janina Fautz), als patente und Internet-afine Helferin ein Praktikum bei Wilsberg absolvieren. Die Nebenrolle wirkt aber nicht aufgesetzt und Janina Fautz gibt ihre Rolle mit einer kräftigen Dosis jugendlichen Charmes, der gerade in der verstaubten Welt von Wilsbergs Antiquariat für einen erfrischenden Kontrast sorgt.

Overbeck bleibt verlässlicher Gag-Lieferant

Wie gewohnt sorgt auch der eitle Overbeck wieder für gut platzierte Lacher, so dass trotz der ernsten Themen auch der Humor nicht zu kurz kommt. Trotz seiner leicht überladenen Geschichte bietet auch "Wilsberg" Nummer 56 gut gemachte Krimi-Unterhaltung. Und ein wenig Romantik für den alten Eigenbrötler Wilsberg – der mit der Juristin Elisabeth Böhnisch (Ute Willing) eine alte Liebe wiedersieht – darf schließlich auch einmal sein.

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