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TV-Kritik: „Nachbarn süß-sauer“: Hilfe, die Chinesen kommen!

Von Die Sat.1-Komödie „Nachbarn süß-sauer“ bricht den Kulturkampf zwischen einer chinesischen und einer deutschen Familie über den Gartenzaun. Das Ergebnis ist witzlose Klischeereiterei.
Die Sat.1-Komödie »Nachbarn süß-sauer« fährt alles auf, was das Herz eines China-Hassers höher schlagen lässt. Foto: Sat1 Die Sat.1-Komödie »Nachbarn süß-sauer« fährt alles auf, was das Herz eines China-Hassers höher schlagen lässt. Foto: Sat1
Die Chinesen haben es faustdick hinter den Ohren: Produktpiraterie, Umweltverschmutzung, Menschenrechtsverletzungen. Die Chinesen wirtschaften Europa klein. Die Chinesen malträtieren ihre Kinder. Die Chinesen essen Hundefleisch. Die Sat.1-Komödie „Nachbarn süß-sauer“ fährt alles auf, was das Ressentiment-Herz höher schlagen lässt. Der Film ist ätzend und dumpf – denn Witz abseits der stumpf ausgerollten Klischees ist in diesem 90-minütigen Trauerspiel keiner zu finden.

Darum geht’s: Die deutsche Vorzeigefamilie Brücker bekommt neue Nachbarn. Die chinesische Familie Wang zieht auf die andere Seite des Gartenzauns und übernimmt sogleich die Herrschaftsrolle im Wohngebiet. Vater Wang (Yu Fang) wird Chef der Firma, in der Michael Brücker (Christoph M. Orth) buckelt. Mutter Wang (Linda Chang) manipuliert Lisa Brückers (Bettina Zimmermann) Freundinnen. Tochter Meimei Wang (Kim Stephanie Reinboldt) spannt Jennifer Brücker (Cosima Henman) den Freund aus. Und Sohn Chang Wan (Dang Tran) vermöbelt Brian Brücker (Leon Seidel) auf dem Schulhof.


Klischees am laufenden Band


Es entwickelt sich ein Nachbarschaftskrieg, bei dem eine Mauer gezogen, Bambus-Bäume frisiert und ein Polizist bedeutungsschwanger sagt: „Hier in Deutschland haben alle die gleichen Rechte. Ob es Ihnen nun passt, oder nicht.“

Doch da passt nichts zusammen und so setzt Familie Brücker alles daran, die Chinesen aus Deutschland zu vertreiben. Und das schmeckt ziemlich bitter.
Denn der Film versucht nicht, die Klischees und Ressentiments, die sicherlich hierzulande an dem einen oder anderen Stammtisch geklopft werden, zu entschärfen, sie zu überspitzen oder ins Lächerliche zu ziehen. Viel eher bleiben all die dummen Vorurteile bestehen, ja selbst das groteske Ende dieser „Komödie“ löst den Konflikt zwischen den Familien nicht auf: Nach einer Gruppenkeilerei vertragen sich die Familien plötzlich miteinander. Warum? Wieso? Weshalb? Ganz egal! Ein Film für die Tonne.


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