E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 30°C

TV-Kritik: "Nachdem ich ihm begegnet bin": Sehenswert dank Emily Watson

Von Eine gutsituierte Frau von Anfang 50 lässt sich auf eine spontane Affäre ein. Mit weitreichenden Folgen, nachdem sie brutal vergewaltigt wird.
Foto: (ARTE France)

 

Es fängt an, wie verhängnisvolle Affären zumindest im Film gerne beginnen: Nur wenige Minuten, nachdem sich Dr. Yvonne Carmichael (Emily Watson) und Mark Costley (Ben Chaplin) erstmals begegneten, kommt es zu einer intimen Begegnung zwischen den beiden. Sie ist Wissenschaftlerin, Anfang 50, seit 30 Jahren mit ihrem Mann Gary (Mark Bonnar) verheiratet und zudem, wie sie bald darauf erfährt, eine angehende Großmutter.

Ihr Leben in dem Londoner Reihenhaus könnte also gar nicht stärker dem Klischeebild des gediegenen Stils der oberen Mittelklasse entsprechen. Mark macht ihr nach einem Vortrag Komplimente darüber, wie verständlich sie sich ausgedrückt hatte. Er bietet ihr eine Führung durch das Unterhaus und die Krypta des Gebäudes an. Sie akzeptiert das gerne – was nicht ohne Folgen bleiben wird.

Nach ihrem anfänglichen Zögern entwickelt sich eine Affäre, die Yvonne ein schlechtes Gewissen bereitet. Doch dann wird sie nach einer Feier in ihrem Forschungsinstitut brutal vergewaltigt – durch einen Mann, der von ihrer Beziehung zu Mark weiß. Aus Scham über ihre Affäre verschweigt Yvonne den Übergriff gegenüber Behörden und ihrem Mann. Aber bald gerät die Situation vollkommen außer Kontrolle.

Ein Schritt zu weit

Die Mini-Serie beruht auf dem Roman "Apple Tree Yard" der Autorin Louise Doughty, der in Deutschland unter dem Titel "Ein Schritt zu weit" veröffentlicht wurde. Schauspieler und Plot wecken hohe Erwartungen: An herausragenden Miniserien mit weiblichen Hauptfiguren hat es in den letzten Monaten nicht gefehlt, von "Die Geister des Flusses" (ebenfalls Arte) bis hin zu "Tabula Rasa", die noch in der ZDF-Mediathek zur Verfügung steht.

Ganz mithalten kann diese Serie aber nicht. "Nachdem ich ihm begegnet bin" verfügt zwar über einen raffiniert eingefädelten Plot und funktioniert vor allem durch Emily Watson nicht schlecht: Die Schauspielerin, Oscar-nominiert für ihre Rolle als Cellistin Jacqueline du Pré in „Hilary & Jackie“, bringt es durchaus fertig, selbst vollständig bekleidet noch eine subtile Erotik auszustrahlen. Dennoch erscheint die Anziehung zwischen ihr und Mark Costley eher als Behauptung.

Es fehlt den gemeinsamen Szenen der beiden an einer gewissen Intimität. Auch hätte das Drehbuch von Amanda Coe mehr Straffheit vertragen können. Deutlich besser gelang indessen die Beziehung zwischen Yvonne und ihrem Mann Gary, zumal es gelegentlich Andeutungen auf Fehltritte Garys gibt.  Die Mischung aus Erotik- und Gerichtsthriller entpuppt sich deswegen zwar nicht als echter Volltreffer, bietet aber trotz ihrer fast vierstündigen Dauer noch spannende Unterhaltung.

Zur Startseite Mehr aus TV-Kritik

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen